61. RSC-Rallye Wartburg 2026 – Vollgas unter der Wartburg
Die legendäre und geschichtsträchtige Wartburg-Rallye hat sich in der Vergangenheit schon häufig gewandelt. Nachdem zu DDR Zeiten jeden Herbst die Motoren aufheulten und sich einheimische Fahrer mit Werksteams des Ostblocks messen durften, war es nach der Wende nicht minder spektakulär, was der MC Eisenach auf die Beine gestellt hat. Nach diversen Rallyes bis hin zu DRM Läufen unter AVD und ADAC stand die diesjährige Veranstaltung erstmals im Zeichen des RSC. Gemäß der Zielsetzung und der Ausrichtung des Rallye Super Cups durften sich zahlreiche Teams in die Nennliste einschreiben, die bei DMSB Rallyes keine Möglichkeit der Teilnahme mehr haben. So kam es, dass ein buntes Starterfeld, vom aktuellen Porsche bis hin zum Trabant, die WP´s in Angriff nahmen. Unterteilt in Bestzeit und Legends starteten 120 Besatzungen am Freitag Nachmittag in die „Waldhaus“ Prüfung. Die in den letzten Jahren zumeist von Schmalkaldener Seite befahrene Prüfung startete in umgekehrter Richtung von Floh über Trusetal nach Schmalkalden. Mit rund 16 Sekunden Vorsprung auf Ruben Zeltner stellte Carsten Mohe seinen Porsche am Abend auf der Spicke ab, der Drittplatzierte Timo Rumpfkeil komplettierte das Porschetrio an der Spitze. Raphael Ramonat nutze den Heimvorteil auf seiner Hausstrecke und lag nach zwei Durchläufen am ersten Tag auf einem beachtlichen 4. Rang. Tags darauf standen 4Wp´s, allesamt Wartburg und Gollert Klassiker, auf dem Plan. Neben der Krauthausen-Prüfung ging es von Etterwinden aus durch den Flachsgrund. Durch eine neu angelegte Passage und die dadurch verlängerte Streckenführung wurden zusätzliche WP Kilometer geschaffen. Der Endstand blieb unverändert und das Team Mohe / Lieber gewann vor Zeltner / Windisch und Rumpfkeil / Berg.
Nicht minder sehenswert waren die die nachfolgenden Wagenbesatzungen, wenngleich von vornherein feststand, dass die Porsche wohl nur durch einen Ausfall oder Defekt zu bezwingen waren. Gekämpft, als ginge es um den Gesamtsieg, wurde dennoch bei allen Teams bis zum Schluß. Neben einigen Fahrzeugen aus DDR Zeiten, die von den vielen Zuschauern reichlich bejubelt wurden, tauchten auch zahlreiche bekannte Namen aus der DDR Meisterschaft auf. Unter anderem Hilmar Bosse, früher auf Moskvich unterwegs, die Horn Brüder, Konrad Richert und viele weitere griffen rund um Eisenach ins Lenkrad. Mit viel Leidenschaft und Dank vieler Helfer wurde bei bestem Wetter ein toller Sport gezeigt.
Neben uns als Fotografen war diesmal aus dem SRSmotorsport Team Lucas Riedel mit seinem Peugeot 206 am Start. Leider musste er nach einem technischen Defekt aufgeben.
Jens Bechtel
SRSmotorsport.de
jbechtel@srsonline.de