01.04.2026

Bericht zur 61. Rallye „Erzgebirge“

Motorsport 2026 Erzgebirge Titel

Es war 1975, als mich mein Vater mit in die tiefen der Erzgebirgswälder nahm, um vorher eine optimale Stelle zum Zuschauen bei der Erzgebirgsrallye zu finden.

Damals firmierte sie noch unter Rallye „Wismut“ nach dem Hauptsponsor, der Sowjetisch -Deutschen Aktiiengesellschaft, die das Gebirge auf der Suche nach Uran zerpflügte und zerstörte.

Die Begeisterung für den „Tourenwagensport“ (wie man die Rallyes in der DDR auch nannte) war entfacht. Ich wurde Mitglied im Auer Motorsportclub und lies mich zum Streckenposten schulen. Höhepunkte der 80er Jahre waren die Premiere des Rundkurses Grünhain mit dem Sprung an der Klostermauer und der Pokallauf der Ostblockländer im Oktober 1983. Diese Veranstaltung über eineinhalb Tage ohne Unterbrechung sah nicht nur die Werkteams von Wartburg, Lada und Skoda am Start, sondern auch einige Renault R5 in bulgarischer und polnischer Hand. „Unsere“ WP im Hartensteiner Forst wurde 6mal befahren. War das ein Spektakel.

Ein Spektakel erwarteten jetzt auch die Zuschauer der 61. Ausgabe dieser Rallye am letzten Wochenende. Ich war wohl mit ein zwei Unterbrechungen seitdem jedes Jahr als Zuschauer dabei. Die große Frage dieses Jahrgangs war, wie sich die neuen Porsche in den Händen der Lokalmatadoren Julius Tannert (Zwickau) und Carsten Mohe (Crottendorf) schlagen würden. Im Gegensatz zu Marian Griebel, der das Reglement nutzte und auf einen Start verzichtete, galt Toyotamann Phillip Geipel (Plauen) für viele als Favorit.

Ich wollte möglichst viel zu sehen bekommen, hatte mir aber auch vorgenommen, den Gemeindeschulungstag des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes am Sonnabend zu besuchen.

Den Auftakt machte also die Test- u. Einstellungsfahrt am Donnerstagabend, Da keine Zeitnahme erfolgte, war es praktisch kein Shakedown. Allerdings konnten einige Heimatteams ihre Boliden ebenfalls testen. Also gab es neben den beiden Trabbis im Hauptfeld auch zwei Wartburg zu erleben. Leider erlitt der Yaris von Satorius/Otterbach einen Defekt, der sich trotz einer zur Verfügung gestellter Werkstatt mangels Teile nicht beheben ließ. Der gewählte Zuschauerpunkt war wohl nicht übel, denn ich zählte zeitweise bis zu 15 Profifotografen.

Freitag ging es zunächst zum Serviceplatz nach Stollberg. Es war wieder eine gute Gelegenheit, Bekannte zu treffen und Prominenten über die Schulter zu schauen bei den letzten Vorbereitungen.

Nach dem Ehrenstart auf dem Marktplatz plante ich den Rundkurs im Gewerbegebiet Neukirchen. Der wurde allerdings komplett überrannt. „Der Fussweg ist ja länger, als die WP“ war der Kommentar eines Besuchers. So begnügte auch ich mich mit dem WP-Stopp bei guter Straßenbeleuchtung.

Den ersten Tag beschlossen Geipel/Lerch, die tschechischen Stargäste Pech/Uhel (Citroen) und Gropengiesser/ Kiefer auf dm Podest. Die 911er Fraktion dahinter mit Tannert und Mohe.

Wallenwein/Zenz wurden wohl durch eine Polizeikontrolle übermäßig lange aufgehalten und stellten ihren Zuffenhausener Boliden dann ab. An den Mutmaßungen über die Hintergründe beteilige ich mich mal nicht,,,

Mark Wallenwein hatte mit der Bestzeit auf WP 1 nach langer Abstinenz noch für ein Ausrufezeichen gesorgt.

Einen genialen sonnigen Platz konnte ich am Samstagmorgen ergattern. Die nette WP Leiterin ließ mich vor den Nullern in Wildbach einen Hauseingang erklimmen, natürlich „hinter dem Flatterband“.

Der befürchtete Wintereinbruch („Erzewetter“) blieb aus und so zogen alle trocken und sauber ihre Bahn durch das kleine Dorf über das Silberbachtal und eine alte Schachtstraße zum Kurort Bad Schlema.

Leider gab es zum Ende eine Ölspur zu beseitigen, die Prüfung wurde abgebrochen und die letzten acht Autos direkt zum neuen Rundkurs nach Waschleithe geschickt. Dadurch konnten Schröder/Kupsch ihre Rennpappe nicht den Fans im Heimatort präsentieren.

Am Ende des Tags bestiegen Geipel/Lerch vor Pech/Uhel und Tannert/Winkelhofer das Podium. Dahinter folgten der Skoda Fabia von Gropengiesser und Renaulthändler Mohe im nächsten Porsche.

Die von manchen befürchtete Übermacht der Porsche kam nicht zustande. Obwohl sie freie Reifenwahl hatten. Der DRM-Serienausrüster hat wohl  (noch?) keine passenden Pneus für sie im Sortiment.

Fazit des Kommentators eines MDR-Beitrags. „Der Sound passt, am Speed wollen beide noch arbeiten...“

Ich hoffe, dass die gefilmten und bestraften gefahrenen Schlangenlinien zum Reifenwärmen im Nachgang dem Sieger nicht noch zum Verhängnis werden.

Die Shakheands der Protagonisten vor dem Startbogen machten auf mich eigentlich den Eindruck des fairen Umgangs miteinander.

 

Der Co der „Einfach-Null“ bewarb zu meiner Freude die zweite Ausgabe eines kleinen feinen Rallyesprints direkt vor meiner Haustür. Der 6. Juni steht also fett in meinem Kalender.: „2.ADAC Rallyesprint Lößnitz“!

 

Gerd Epperlein

SRSMotorsport

 

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