Rallye vom Feinsten: Sezoensrally / Belgien 2026
Mit über 25 Prozent Schotteranteil ist die Sezoensrally jedes Jahr ein Highlight im Kalender für Teams & Fans der belgischen Rallyemeisterschaft (BRC). Fast schon berüchtigt ist der sogenannte „Maaskiezel“, der die anspruchsvollen Strecken prägt und jedes Jahr aufs Neue große Action verspricht. Am vergangenen Wochenende strömten nun wieder tausende Zuschauer in die Gegend rund um das Städtchen Bocholt (Belgien) nahe der niederländischen Grenze, um diese besondere Veranstaltung live zu erleben!
Nach einem gelungenen Auftakt mit dem Shakedown am Donnerstag bot sich den Fans & Helfern bei überwiegend trockenem Wetter und einem sonnenreichen Samstag ein sehenswertes Spektakel mit hochkarätigem Starterfeld! Die Nennliste überzeugt mit 69 Teams, darunter elf Rally2- Fahrzeuge sowie drei Porsche der RGT-Klasse. Auch wenn eine Nennung von Jos Verstappen und Cedric Cherain ausblieb, war die Spitze des Feldes nicht weniger gut besetzt. Unter anderem mit von der Partie war Gregoire Munster, der nach drei Jahren in der WRC wieder in der belgischen Rallye-Meisterschaft angreift.
Eine kleine Überraschung bot Olivier Breittmayer, der seinen beim Shakedown pilotierten Opel Manta für den Rallye-Samstag kurzerhand gegen ein BMW M1 Procar tauschte. Auch wenn das Fahrzeug auf Schotter eher artfremd anmutete, war die Eleganz des Autos gepaart mit der Brutalität des Reihen-6- Zylinders ein wirklich beeindruckendes Erlebnis. Zweifelsohne ein absolutes Highlight an diesem großartigen Wochenende! Auch Gerard Stacey sorgte mit seinem Rothmans-Escort für Furore und zirkelte das Auto in altbekannter Manier um jede erdenkliche Ecke.
Das historische Feld der Sezoensrally war mit 25 Teams ebenfalls gut besetzt und konnte mit einigen Bekannten der Slowly Sideways punkten. Zur Freude der Zuschauer wurden auch Autos mit Seltenheitswert wie ein Lancia Delta Integrale, ein Mazda RX7 oder aber ein Audi Sport Quattro S1 sehenswert über den Schotter bewegt.
Nach Start der Rallye zeigte sich schnell ein Dreikampf um die WP-Bestzeiten zwischen Potty, Munster und Rouard. Letzterer konnte das Tempo über die Gesamtdistanz der Rallye nicht ganz halten und überlies damit unfreiwillig den Konkurrenten Potty & Munster den Kampf um den Titel. Nach einem Ausrutscher auf WP3 hatte Munster schon früh einen Rückstand von über 13 Sekunden aufzuholen und fuhr gleich sechs Bestzeiten der verbleibenden neun WPs. Nichtsdestotrotz konnte das Team Potty/Herman auf dem Skoda Fabia RS Rally2 am Ende durch konstant gute Leistungen mit einem Vorsprung von 9.8 Sekunden den Gesamtsieg ins Ziel bringen. Zweite wurden
Munster/Withers im Hyundai i20 N Rally2 mit deutlichem Abstand vor Rouard/Poncelet auf Rang 3.
In der RC3-Klasse gewannen Dekeyser/Tassaert mit ihrem Renault Clio Rally3 auf Gesamtrang 10 als bestplatziertes Nicht-Rally2-Fahrzeug. Den Sieg in RC4 mit beeindruckend spektakulärer Fahrweise sicherten sich Cruys/Umans mit ihrem Peugeot 208 Rally4.
Nach Abschluss der Sezoensrally führt Maxime Potty mit Beifahrer Renaud Herman nun die belgische Rallyemeisterschaft mit 92 Punkten an, dicht gefolgt von Rouard auf Platz zwei sowie Cherain und Verstappen auf Rang drei und vier. Noch ist also alles offen und der weitere Saisonverlauf bleibt spannend.
Die nächste Veranstaltung steht mit dem Ardennes Rallye Festival – erstmals als Div.2-Lauf – schon in den Startlöchern!
Jonathan und Lara Bechtel
für SRSmotorsport.de