Pulling Team Kaiser: Start in die 2026er Saison - so anstrengend wie lange nicht mehr.
Der Saisonstart hat für das Pulling Team Kaiser so zeit- und budgetaufwändig wie schon lange nicht mehr stattgefunden. Nachdem im Januar noch entdeckt wurde, dass die Kurbelwelle gerissen ist und eine Ersatzwelle aufgrund Lieferzeiten nicht auf die Schnelle besorgt werden kann, hatte man sich für die Reparatur der Welle in Belgien entschieden. Nachdem in der Offseason ebenfalls neue Prototypen an Kolben und Pleuel, plus ein neu aufgesetztes Turbolader-Kit ausgearbeitet wurde, kam auch hier aufgrund von Materiallieferschwierigkeiten auf dem globalen Markt einiges durcheinander. So konnte man mit einem Kraftakt den Trecker für ein erstes Test-Event fertigbekommen. Fazit: Alles erneut auseinander. Massive Probleme mit der Hinterachse (Differential fest), am Motor und am Zylinderkopf musste einiges nachbearbeitet werden usw. Zum offiziellen Saisonstart in Füchtorf, traditionell am letzten Aprilwochenende, ging die 100h/Kopf-Woche weiter in die 6te Runde (und es sollte nicht aufhören). Pünktlich Freitagabend wurde der Trecker einem Probelauf unterzogen. Dabei stellt sich heraus, dass der Turbolader in der zweiten Stufe angelaufen war. 1 Tag vor Saisonstart - "worst case Scenario"! Abbruch, oder durchziehen? Da aufgeben für das Team keine Option ist, hat man kurzerhand alle Hebel in Bewegung gesetzt. Im Münsterland und NL wurden Teile organisiert und abgeholt, ein neuer Lader stand Samstagfrüh bereit. Mit dem halbfertigen Trecker ging es nach Paderborn zum Sponsor "Olaf Kemper Mechanische Werkstatt" um das noch kaputte Lader-Gehäuse mittels feinster CNC Technik instand zu setzen und zusätzlich eine neue Spritpumpe zu verbauen. Sonntagmorgen 1Uhr Ankunft auf dem Eventgelände.
Der DM-Opener in Füchtorf ist wie jedes Jahr das größte Event in Deutschland mit über 23.000 Zuschauern auf dem Platz. Es werden zu den nationalen Meisterschaften, die Euro-Cup Klassen gefahren und so kam zu der DM-Wertung auch die Elite der europäischen Scene - es standen insgesamt 18 Hochkaräter am Start. Getreu dem Motto: "Nicht durch Kraft, nur durch Gnade" und "Harte Arbeit wird auch belohnt" konnte das Team Kaiser trotz vieler Fragezeichen ob der neuen Technik, auf Platz 1 der DM Wertung fahren und wäre sogar auf Platz 5 der Euro Cup-Wertung gestrandet, hätte man die Weite im Gesamtklassement berücksichtigt.
Eine Woche später folgte direkt der zweite DM-Lauf im schwäbischen Holzheim. Standesgemäß ein kleines und gemütliches Event, entpuppte sich trotzdem als echte Herausforderung für das Team. Nach einem zufriedenstellenden, aber nicht optimalen Vorlauf, konnte man sich zwar den Finalplatz sichern, allerdings war die Vorderachsaufhängung gebrochen. Die Blitzentscheidung war klar: "Reparieren müssen wir sowieso um in den Trailer zu verladen, dann kann das auch jetzt in 15 Minuten passieren und wir können das Finale noch fahren".
Innerhalb maximal stressbelasteter 15 Minuten, wurde beidseitig die komplette Vorderachse ausgebaut, das Dämpfersystem gegen starre Dummys getauscht, die Zündung und Batterien abgeklemmt, die gebrochenen Halter per aufgetriebenem Schweißgerät wieder angeheftet, Daten ausgewertet, Zündung und Batterien wieder angeklemmt, Setup und Zündung fürs Finale verstellt, getankt und gewartet --> Finale!
Und wieder wurde das Team Kaiser belohnt. Platz 1 in der DM-Wertung und volle Zähler fürs Meisterschaftskonto.
Pfingsten hat man 2026 den "SuperPull-des-Nordens" im schleswig-holsteinischen Hassmoor aus privaten Gründen ausgesetzt --> Streichnote. Weiter geht die DM-Punktejagt in Berghausen am Sonntag den 07.06.2026
Marcus Kaiser vom Team SRSmotorsport.de
www.pullingteamkaiser.de