Der Wahnsinn auf der 1/8 Meile: Römö Motor Festival DK
„Es soll da ein Rennspektakel geben, wo Oldtimer auf einem dänischen Sandstrand um die Wette fahren?!“ Klingt verrückt, ist es auch! Also, die Fahrräder geschnappt und die Kamera gezückt und den Sylturlaub genutzt, um per Fähre mal für einen Tag auf die dänische Insel Römö überzusetzen. Wie läuft das ab, wie ist das so, was erwartet uns dort…? Leider hatte niemand aus unserem Bekanntenkreis Erfahrungen vorzuweisen. Und selbst wenn: man kann das RMF ohnehin nicht in Worte fassen! Vom dänischen Festland aus erreicht man die Insel Römö über einen schnurgeraden Damm, was neben den üblichen Touristen auch die Teilnehmer des Festivals sowie die rund 30.000 Besucher mit ihren Fahrzeugen in Angriff nahmen. Die Location, zu der die Massen pilgerten, ist der Sandstrand von Lakolk. Dieser ist scheinbar unendlich breit und noch unendlicher lang, dazu noch fest und dadurch selbst mit Zweirädern zu befahren. Kommt man zum ersten Mal über die Dünen und sieht das Spektakel, so hat der Verstand Mühe, alles zu erfassen und zu verarbeiten. Menschenmassen und Fahrzeuge ohne Ende, dazu das Meer in greifbarer Nähe und Trubel, wohin man schaut. Schon die Parade an Oldtimern, überwiegend US Cars und Fahrzeuge aus der Hot-Rod Szene, sind faszinierend. Daneben Zweiräder in allen Eskalationsstufen, vom einfachen Mofa bis zum Chopper, bei dem Werners Wurstblinker TÜV-Prüfer in Ohnmacht fallen würde.
Jedoch, noch unglaublicher, waren die eigentlichen Rennen! Für alle Motorräder und Autos galt die Bedingung: nicht jünger als Baujahr 1947!! In Worten: VOR Neunzehnhundertsiebenundvierzig, …da waren die Gummistiefel noch aus Leder….! Fahrgestelle aus den 20ern, verfeinert mit V8 Big-Block, aber ohne Kotflügel, tief und breit, verrückt und laut…., warum nicht? Ebenso zahlreiche Zweiräder, viele Harleys und Nimbus Motorräder, aber auch sehr schöne Langbahn Maschinen frästen sich durch den Sand. Gefahren wurde, wie beim Dragster Rennen (Drag Race), auf einer Geraden über 201 Meter, was einer 1/8 Meile entspricht. Gestartet wurde paarweise, die Zeitnahme ermittelte die jeweilige Höchstgeschwindigkeit. Es ging Schlag auf Schlag, und wen die rund 80 Jahre alte Technik nicht im Stich ließ, der stellte sich sofort nach dem Lauf wieder in den Vorstart an. Zuschauer wie Fahrer hatten Spaß am laufenden Band.
Als Fazit bleibt festzuhalten: Unglaublich, unbeschreiblich, faszinierend!
Jens Bechtel
Ehrenamtlicher Mitarbeiter und Fotograf SRSmotorsport.de