Das andere Herz

„Und ich werde euch ein neues Herz geben und euch einen neuen Geist schenken. Ich werde das Herz aus Stein aus eurem Körper nehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben.“ Hesekiel 36, 26

So lautet die Jahreslosung für das gerade begonnene Jahr 2017. Was verbirgt sich dahinter?

Für uns ist ja normalerweise das Herz der Ort für Gefühle, Emotionen und Leidenschaften. Der Kopf ist rational, da ist das Denken, der Verstand. Und das sei eben viel entscheidender. Also Kopf gegen Herz und umgekehrt? Darüber sind etliche Lieder geschrieben worden.

Die Bibel beschreibt das allerdings anders: 858mal wird das Herz in der Bibel genannt, davon

* 166 mal für Gefühl und Emotionen
* 195 mal für geistige Aktivität
* 204 mal für Vernunft und Verstand
* 257 mal für Charakter und Persönlichkeit.

Die Bibel trennt also nicht zwischen Herz und Verstand wie wir das tun.  Und wenn Gott nun sagt, dass er uns ein neues Herz und einen neuen Geist geben will, hängt das eng miteinander zusammen. Es sind also nicht zwei verschiedene Geschenke, sondern Gott gibt uns seinen Geist, der unser Herz, unser Denken, unsere Persönlichkeit und auch unsere Gefühle und Beziehungen verändern will und auch  kann. Und  das macht sich in unserem Leben bemerkbar, es hat Konsequenzen. Veränderungen sind möglich – bis in unseren Sport hinein.

Auf einen Nenner
Die für mich kürzeste und wichtigste Beschreibung des heiligen  Geistes und was er für mich bedeutet, finde ich in 2.Timotheus 1, Vers 7:

„Denn Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der
Kraft, und der Liebe und der Besonnenheit“

Ein Vers, der uns wahrscheinlich allen sehr vertraut ist. Paulus sagt es dem Timotheus. Und zwar in einer Situation, als er im Gefängnis  und sich sicher ist, dass er dort auch umgebracht werden wird. Was dann auch geschah. Doch statt Resignation und Frust ermutigt er seinen Mitarbeiter mit solchen Worten.

Paulus spricht hier von zwei verschiedenen Geistern. Dem Geist Gottes und einem Geist, der nicht von Gott kommt. Der der Furcht. Im Griechischen steht dieses Wort nicht so sehr für Angst, sondern mehr für Resignation, aufgeben. „Es hat ja doch keinen Zweck“. Wir kennen das aus so vielen Situationen. „Was können wir schon verändern…“ Und auch im Sport: „Bringt ja doch nichts!“ „Habe ja doch keine Chance…“
Dreiklang
Gott will uns ermutigen, nicht entmutigen – und rüstet uns aus mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.

Kraft: Das Wort dynamis kennen wir vom Dynamo, von Dynamit etc.. Dahinter steht eine unglaubliche Kraft. „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft“ sagt Paulus. Kraft zur Veränderung, Kraft zum Bekenntnis, Kraft zur Gestaltung, Kraft für Höchstleistungen und Talentausschöpfung, Kraft des Gebets und vieles mehr. Allerdings ist Kraft ohne ein Gegenüber gefährlich, zerstörerisch und brutal. Das haben wir wohl selten so intensiv erlebt wie im letzten Jahr.

Liebe: Diese von Gott geschenkte Liebe – agape – ist dieses Gegenüber, so dass Kraft sich zum Positiven für uns und für andere entfalten kann. Beides gehört zusammen. Kraft ohne Liebe ist brutal, Liebe ohne Kraft ist Hollywood und Sentimentalität. Beides, Kraft und Liebe, wäre schon mehr als genug, doch Gott will uns noch etwas schenken:

Besonnenheit: Im Griechischen steht dieses Wort eher für Selbstdisziplin und  Selbstkontrolle. Wie oft fehlt mir, uns  dies? Und was für eine Befreiung: Ich muss dies nicht aus mir selbst heraus „bringen“, ja, ich kann es nicht “produzieren“. Und ist die Situation auch noch so aussichtslos, so zerfahren, so bedrückend, so ungerecht oder was auch alles im Leben und Sport passieren kann:

Gott, er (!) will mich beschenken – mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.

Gott segne dich!

Hans- Günter Schmidts
SRS Leiter

Sportandacht 01/2017

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2017-02-08T17:51:28+00:00 4. Januar 2017|