Sorge dich nicht
Über mein Turnierpferd “Bacardi“ hatten wir guten Kontakt zu Züchtern in Oldenburg. Als wir wieder zu Besuch waren, schauten wir uns Pferde an. Ein Oldenburger Wallach gefiel uns sehr gut. Er hatte viel Potenzial im Springen und eine interessante Abstammung. Auf der Suche nach Sportpferden mit Vermögen entschlossen wir uns, dieses Pferd “Herr Duen” zu kaufen.
Daheim in der Arbeit zeigte Duen eine gute Auffassungsgabe und viel Springvermögen. Wir freuten uns darauf, ein gutes Sportpferd für die Zukunft aufzubauen. Nach einiger Zeit begann Herr Duens rechtes Auge zu tränen und anzuschwellen. Der Tierarzt behandelte ihn mit Augentropfen; das Auge beruhigte sich. Einige Zeit später war das andere Auge befallen – auch hier halfen die Tropfen.
Natürlich brachten wir die Augenproblematik im Gebet vor Gott und dankten ihm, dass die Behandlung erfolgreich war. Leider kehrte die Augenentzündung nach sechs Wochen an einem Auge wieder zurück. Der Tierarzt diagnostizierte eine „periodische“ Augenentzündung. Sie wird durch Bakterien hervorgerufen und führt normalerweise zur Erblindung. Trotz intensiver Behandlung konnten wir dann auch am Ende die Erblindung dieses Auges nicht verhindern.
In Phil. 4,6 steht, dass wir uns nicht sorgen sollen, sondern in allen Dingen im Gebet mit Danksagung zu Gott kommen dürfen…
Wir dankten Gott, dass unser Pferd zwar auf einem Auge blind war, aber das andere noch funktionsfähig und nicht betroffen war. Leider begann nach vier Wochen auch das andere Auge zuzuschwellen, und bei Herr Duen wurde auch an diesem Auge periodische Entzündung diagnostiziert. Wir waren vor den Kopf gestoßen. Warum lässt Gott diesen Weg zu? Wir hatten intensiv gebetet, Gott für seine Hilfe gedankt, und dann stand das Pferd kurz davor, vollständig zu erblinden. Auch eine Augen-OP hätte keine Veränderung gebracht. Wir brauchten Hilfe und Weisheit, um zu wissen, was wir tun sollten. In Jak. 5,14–17 steht, dass man mit Ältesten um Heilung beten soll. Also machten wir unser Anliegen in der christlichen Gemeinde bekannt und einige Christen beteten für uns und das Pferd.
Herr Duen stand kurz vor der vollständigen Erblindung. Wir überlegten, ihn deshalb zum Schlachter zu geben. Einen Tag, bevor wir einen Schlachttermin vereinbaren wollten, besuchte uns eine gläubige Freundin. Mit ihr zusammen legten wir Herr Duen die Hände auf und beteten um Heilung. Am nächsten Tag war das Auge klar. Auch der Tierarzt sagte, dass die Entzündung verschwunden sei und die Linse keine Beeinträchtigung habe.
In diesen Wochen wurde unser Vertrauen in Gott vertieft und Gott stellte uns die Frage, ob wir daran glauben, dass Gott uns hört. Wir gaben nicht auf zu vertrauen und zu beten, und am Ende konnten wir Gott unseren Dank geben. Gott erhörte unser Gebet. Unser Herr Duen wurde ein geliebtes Schulpferd, den wir über 15 Jahre lang haben durften.
Hans und Carmen Mangelkramer