27.07.2026

Fluchtmodus abgewendet

2026 07 28 Steffi Schade und Pferd

Das Pferd am anderen Ende meines Führseils steht erstarrt da, den Kopf hoch erhoben, die Nüstern gebläht und die Augen weit geöffnet. Es ist im Fluchtmodus, und die nächsten Sekunden entscheiden darüber, ob die Situation eskalieren wird oder ob ich ihm ein Anker auf dem Weg zurück in die Sicherheit sein kann.

Ich atme tief ein und noch ein wenig tiefer aus. Zeitgleich lasse ich meine Schultern sinken, zentriere mich in meiner Körpermitte, erde mich und übernehme in meiner inneren Haltung bewusst Verantwortung für die Situation. Langsam, aber mit klarer Intention, gebe ich meinem Pferd die Hilfen für ein Seitwärtstreten. Nach einigen Tritten löst sich seine Anspannung. Im Dialog findet es zurück in die Verbindung – und durch die Verbindung zurück in die Ruhe.

Für mich ist die Regulation meines Nervensystems zu einem Sinnbild dafür geworden, was ich tue, wenn ich bemerke, dass ich im Alltag (teilweise) in den Überlebensmodus rutsche. Ich atme tief ein, und wieder aus, und danke Gott, dass er seinen Heiligen Geist in mich ausgegossen hat und in mir wohnen lässt. Meine Schultern sinken, während ich mich neu in dieser Wahrheit verankere. Jesus ist hier. Durch ihn bin ich Gottes geliebte Tochter – bedingungslos und für immer. Auf diesem Fundament stehe ich. Er ist meine Zuversicht, meine Kraft, mein Versorger, mein Heiland und noch so viel mehr.

Meinen nächsten Schritt gehe ich im Vertrauen. Ich lasse los, was ich nicht kontrollieren kann, und bleibe im Dialog mit meinem Gott. (Hebräer 11,1) Und während ich meine ersten "Seitwärtsschritte " gehe, bemerke ich, wie sich etwas wie Frieden einstellt, obwohl die Umstände um mich herum sich nicht verändert haben.

Diese Prozesse begleiten meinen Alltag – mal in größerem, mal in deutlich kleinerem Umfang.

In der Pferdeausbildung ist es enorm wichtig, ein gutes Gespür dafür zu entwickeln, wann ein Pferd beginnt zu zweifeln – an der Verlässlichkeit unserer Beziehung oder daran, dass es sicher ist. Erkenne ich diese ersten Anzeichen, ist es um ein Vielfaches leichter, ihm zurück in die Verbindung zu helfen, als wenn es bereits im Flucht- oder Kampfmodus oder in der Starre angekommen ist.

Für meinen und deinen Alltag wünsche ich uns, dass wir die Verbindung zu dem Gott suchen, der uns liebt, sobald wir unsicher werden. Ich bete dafür, dass wir uns – bevor wir leerlaufen, bevor wir eskalieren, bevor wir die Verbindung zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen oder zu unserem Schöpfer verlieren – an den wenden, der mit offenen Armen auf uns wartet. An den, der uns besser kennt als wir uns selbst, und bei dem wir immer Gnade und Barmherzigkeit finden.

Wir erleben, wie wir loslassen können und er uns hält. Wäre das nicht wunderbar?!

Herzliche Grüße

Steffi Schade
Pferdesport

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