von Tabea Eckstein

Die PARTNER PFERD war DAS Top-Turnier in diesem Frühjahr. Neben der alljährlichen Messe wurden spektakuläre Wettkämpfe in Spring- und Dressurreiten, Vierspännerfahren und Voltigieren ausgetragen. Dabei waren die spannendsten Höhepunkte, die Finals der FEI World Cups™!

Als kleines Team, gemessen an der Mitarbeiterzahl, die auf der Equitana in Essen vertreten war, machten wir uns auf den Weg nach Leipzig. Aus allen Himmelsrichtungen kamen wir zusammen. Im Voraus wurde noch eine Mitarbeiterin durch eine Coronainfektion zum Wackelkandidaten und wir beteten fleißig, dass es mit dem Freitesten rechtzeitig klappen kann, so dass Brigitte noch zeitnah nachreisen kann. Also begannen Ilka, Beate, Ulli, unser Messebaby Marek und ich fleißig mit dem Aufbau. Die ersten zaghaften Kontakte zu den Nachbarn entstanden. Hier mal die Leiter ausleihen, da eine gute Idee abspicken und Hallo sagen. Anfänglich fühlte sich alles nach Chaos an, aber so nach und nach fand jedes Paket einen Verwendungszweck und Platz. Ein unglaubliches Gefühl, wenn der Wald sich lichtet und das Gesamtbild sich zeigt. Wir freuten uns total über unseren Stand. Er gefiel uns super gut und der Messestart am nächsten Tag konnte kommen.

Dann war da noch die Frage nach der Unterkunft. Wir durften die Jugendräume einer Leipziger Freikirche beziehen. Auf der Fahrt dort hin wurde uns klar, dass mal wieder Landeier in der Stadt unterwegs sind. So vieles läuft einfach anders als auf dem Dorf, statt Nachbars Hühner und Hunden muss man Fußgängern, Bussen und Radfahrern ausweichen und die bunten Lichter alle paar Meter halten irgendwie den Verkehr deutlich auf. Es zeichnete sich schon bei der ersten gemeinsamen Autofahrt ab, dass wir viel Spaß zusammen haben werden. Und so kam es auch!

Ilka verpflegte uns großartig und es blieben keine Wünsche offen. Wir konnten auch nur darüber staunen, dass die Zimmeraufteilung und Bettenanzahl perfekt auf unser dynamisches Team passten. Birgit kam für zwei Nächte aus Hannover zu uns und auch Brigitte schaffte es gesund und munter nach Leipzig. Zum Wochenende kam dann die ortskundige Unterstützung dazu. Lars war zwei Tage mit auf der Messe und am letzten Tag stieß auch noch Anja zu uns. Beide leben in Sachsen und arbeiten auch beruflich mit Pferden.

Über die Messetage konnten wir vielen Menschen eine „Stärkung für den Tag“ in Form einer Postkarte mit einem Traubenzucker mitgeben. Es war so wunderbar zu beobachten, wie jeder von uns anders auf die Besucher zugingen und wir alle wussten, dass wir hier sind, um uns von Gott gebrauchen zu lassen. Die Kaffeemaschine war jederzeit einsatzbereit und damit konnten wir allen voran den Mädels und Jungs von den Putzkolonnen eine Freude machen. Sie waren allesamt gläubige Muslime und fragten uns trotzdem neugierig, was wir hier auf der Messe machen und was Gott denn mit Pferden zu tun hat. Es waren wirklich schöne Gespräche und wir waren uns sicher, dass sie einen Unterschied bei uns erleben durften. Besonders prägend war der Moment, als eine der jungen Damen erzählte, sie war gerade einmal 19, dass sie seit ihrer Hochzeit versucht schwanger zu werden aber immer wieder Fehlgeburten erleben muss. Ich bin unglaublich dankbar, dass Gott über allem Leid steht und ich vor jedem Wort ihn um Hilfe und Segen bitten durfte. Es war sehr schön, dass sie eine Horseman Bibel angenommen und mitgenommen hat.

Jeden Abend war in der Turnierarena Wettkampf und Show auf dem Niveau der Weltspitze geboten. Am Freitagabend waren die Vierspännerfahrer mit dem ersten Umlauf für das FEI World Cup™ Finale dran. Uli und ich sprachen noch am Morgen kurz darüber, dass wir so was doch gerne anschauen würden, aber dazu hätten wir Karten kaufen müssen und das war uns dann zu teuer bzw. aufwändig. Ich dachte noch kurz, wie cool wäre es jetzt, wenn Gott uns Karten schenken würde. Der Messetag lief und unsere Nachbarn machten ihre Showprogramme im Aktionsring, wir verschenkten Karten und Bibeln, führten Gespräche – gute und kritische. Keiner dachte mehr an den Abend. Meist war gegen 18 Uhr auf der Messe die Luft raus und ab 17:30 Uhr dachten wir langsam ans Einpacken. Da kam von den Westernreitern der Nachbar zu uns und fragte, ob wir Karten für den Abend in der Wettkampfarena haben wollen. Erst dachte ich, er scherzt oder möchte sie uns verkaufen, aber nein, er hatte die Karten von der Verwaltung bekommen und durfte sie unter den Ausstellern verteilen. Kurze Unsicherheit im Team, dann waren wir uns einig! Wir bleiben und schauen uns das natürlich an. Es war ein toller Abend. Sportlich bekamen wir die besten Vierspänner der Welt präsentiert und die Stimmung in der Halle war super. Wir durften einfach genießen. Die Nacht wurde dadurch zwar noch etwas kürzer als sowieso schon, aber was solls, manchmal muss man da einfach durch. ;-)

Es war einfach beeindruckend, wie jeder von uns gebraucht wurde und so unglaublich wichtig für unseren Einsatz war. Und wir durften auch merken, wie wertvoll „Einheimische“ Mitarbeiter sind, die gleich ganz andere Kontakte haben, Leute kennen und die bekannte Dialekte sprechen. Vor allem wenn wir zu den Regionaltreffen einladen, ist es toll, wenn sich gleich jemand vorstellen kann, der auch mit am Start ist und die Kontakte halten und pflegen kann, ohne die Distanz von 600 km.

Wir haben zahlreiche Gebetsanliegen mitgenommen, die wir auch mit euch teilen möchten. Da wäre Jörg, der jeden Tag interessierter wurde und zum Schluss mit Beate einen tollen sachlichen und beeindruckenden Austausch hatte. Da ist ein junges Mädchen von 12 Jahren, die das alles mit dem Glauben für Quatsch hält und sich zum Leidwesen der Mutter nicht taufen lassen möchte. Sie hat eine Horseman Bibel mitgenommen und versprochen sie durchzulesen! Sollte sie ihr nicht gefallen, wird sie sie an einem öffentlichen Verkehrsmittel liegen lassen, sodass sie ein anderer finden kann. Ein Volti-Mädchen von Gegenüber klemmte sich leider beim Transport des Movies (elektrisches Tonnenpferd zum Voltigieren) die Finger so böse ein, dass sie sich diese brach und ins Krankenhaus musste. Jeder Besucher, dem wir eine Einladung zum Regionaltreff Sachsen mitgegeben haben. Unsere Mitarbeiter Lars & Anja, dass sie neue Kontakte knüpfen und pflegen können.

Müde, erschöpft und total dankbar ging es am Sonntagabend wieder auf die Heimreise. Es waren super viele Eindrücke, Begegnungen und Geschichten, die wir mitnehmen. Und wir sind uns sicher, wir waren genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort und Gott hat auf der Messe – Partner Pferd Leipzig gewirkt. Wir hoffen, wir dürfen nächstes Jahr anknüpfen und einigen Besuchern wieder begegnen und neue und entscheidende Impulse auf dem Weg zu Gott weitergeben.

Liebe Grüße vom Team
Ilka & Uli mit Marek, Beate, Birgit, Lars, Anja, Brigitte und Tabea

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