24. September 2025

Wettkampf und Leben

 

Ich liebe es, mich zu messen – das gibt mir richtig Energie! Und ich bin unglaublich dankbar, in einem Land leben zu dürfen, in dem ich den Sport, den ich liebe, mit echter Leidenschaft und Wettbewerbsgeist ausüben kann. Für mich wird ein Spiel erst dann richtig spannend, wenn mein Gegenüber genauso gewinnen will wie ich. Dann macht es erst richtig Spaß! 

Doch Wettkampf funktioniert nicht ohne Leistung. Um zu gewinnen, musst du besser performen als dein Gegner. Und Leistung begegnet uns nicht nur im Sport – sie ist überall. Wir werden ständig mit Selbsthilfe-Tipps und Motivationssprüchen bombardiert, die uns ein besseres Leben versprechen, wenn wir nur „mehr leisten“. 

Manchmal übertragen wir dieses Denken sogar auf unseren Glauben. Wir lesen die Bibel wie ein Handbuch für ein besseres Leben – mit dem Risiko, dass wir anfangen, uns zu vergleichen: Wer ist wohl „geistlicher“? Doch Paulus erinnert uns in Galater 1,6–7 an etwas ganz anderes: 

„Ich wundere mich, wie schnell ihr euch von dem abwendet, der euch zum Glauben gerufen hat! Durch Christus hat er euch seine Gnade erwiesen, und ihr kehrt ihm den Rücken und wendet euch einem anderen Evangelium zu. Dabei gibt es doch überhaupt kein anderes Evangelium! Es ist nur so, dass gewisse Leute euch in Verwirrung stürzen, weil sie versuchen, das Evangelium von Christus auf den Kopf zu stellen.“ (NGÜ) 

Er schreibt den Galatern, um sie an das wahre Evangelium zu erinnern – die gute Nachricht, dass unsere Beziehung zu Gott nicht durch Leistung entsteht, sondern allein durch Gnade. 

Einige Juden konnten das damals nicht akzeptieren. Sie wollten sich Gottes Gunst durch eigene Werke verdienen und versuchten, auch die Galater davon zu überzeugen, dass sie „etwas tun“ müssten, um vor Gott richtig zu stehen. In einem anderen Brief, dem an die Philipper, erzählt Paulus dann seine eigene Geschichte: 

„Doch genau die Dinge, die ich damals für einen Gewinn hielt, haben mir – wenn ich es von Christus her ansehe – nichts als Verlust gebracht. Mehr noch: Jesus Christus, meinen Herrn, zu kennen ist etwas so unüberbietbar Großes, dass ich, wenn ich mich auf irgendetwas anderes verlassen würde, nur verlieren könnte. Seinetwegen habe ich allem, was mir früher ein Gewinn zu sein schien, den Rücken gekehrt; es ist in meinen Augen nichts anderes als Müll. Denn der Gewinn, nach dem ich strebe, ist Christus; es ist mein tiefster Wunsch, mit ihm verbunden zu sein.“  

Und direkt weiter schreibt er: „Darum will ich nichts mehr wissen von jener Gerechtigkeit, die sich auf das Gesetz gründet und die ich mir durch eigene Leistungen erwerbe. Vielmehr geht es mir um die Gerechtigkeit, die uns durch den Glauben an Christus geschenkt wird – die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und deren Grundlage der Glaube ist. Ja, ich möchte Christus immer besser kennen lernen; ich möchte die Kraft, mit der Gott ihn von den Toten auferweckt hat, an mir selbst erfahren und möchte an seinem Leiden teilhaben, sodass ich ihm bis in sein Sterben hinein ähnlich werde. Dann werde auch ich – das ist meine feste Hoffnung – unter denen sein, die von den Toten auferstehen.“ Philipper 3,7-14 

Früher hatte Paulus all seine Hoffnung auf seine religiösen Leistungen gesetzt – doch jetzt betrachtet er sie als wertlos im Vergleich zu dem, was Jesus am Kreuz getan hat. Paulus freut sich über das, was Christus vollbracht hat, denn dadurch ist der Weg zu Gott offen – für jeden, der Jesus nachfolgt. 

Paulus ist dankbar. Er weiß: Was er sich früher mühsam erarbeiten wollte – die Versöhnung mit Gott – ist jetzt durch den Glauben an Jesus frei zugänglich. Deshalb lässt er seine alten Erfolge hinter sich und läuft auf etwas viel Größeres zu: Gemeinschaft mit Gott. 

Und ist das nicht genau das, wonach wir uns alle sehnen? Gemeinschaft mit Gott. Oft versuchen wir, dieses Verlangen mit anderen Dingen zu füllen – mit Leistung, Anerkennung, Erfolg. Aber vielleicht sollten wir einfach mal das Evangelium annehmen und in der Freiheit leben, die Jesus uns geschenkt hat. 

Felix Kibogo 
Seine Aufgabe bei SRS ist internationale Sportarbeit. 
Er ist verheiratet, hat eine Tochter und wohnt in Hennef. 
Sein Motiv für die Sportmission lautet: “Wir alle haben nur eine Hoffnung: Jesus Christus! Es ist mein Privileg, seine Hoffnung all den Menschen zu bringen, zu denen er mich sendet.” 

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