Was sagt dein Gewissen?
In der laufenden Punktspiel -Tennissaison erlebte ich folgende Begebenheit: Mein Gegner spielte einen Stopp und rückte ans Netz. Ich musste diagonal über den ganzen Platz laufen und hatte keine großen Optionen, was ich machen konnte, um noch eine kleine Chance für den Punktgewinn zu haben. Ich rannte mit allem, was ich hatte, zum Ball und spielte diesen direkt auf meinen Gegner.
Zwar nicht mit hoher Geschwindigkeit, aber unangenehm - und Fehler beim Gegner. Ich entschuldigte mich sofort, dass ich den Ball direkt auf ihn gespielt hatte. Doch er war sauer und wollte die Entschuldigung nicht annehmen. Mich überkam gleich ein schlechtes Gewissen, obwohl ich diese Situation am eigenen Leib einige Male erfahren hatte, und ich sie schon oftmals im Fernsehen gesehen hatte. Dazu plagte mich der Gedanke, ob ich meinem Gegner nach dem Spiel noch eine Sportlerbibel schenken könnte, nach allem, was passiert war. Es hemmte mich beim Weiterspielen.
Aber was ist hier das richtige Verhalten?
„Kein Sportler, der an einem Wettkampf teilnimmt, kann den Siegeskranz bekommen, wenn er nicht den Regeln entsprechend kämpft.“ 2. Timotheus 2, 5
Diese Leitplanke ist klar: an die Regeln halten! Das ist für jemanden, der Jesus nachfolgt, ein klarer Grundsatz im Sport. Aber auch hier können wir versagen und machen Fehler. In meiner Situation aber hatte ich mich an die Regeln gehalten.
Doch was ist los mit dem Gewissen? Das Gewissen ist von Gott in uns hineingelegt, aber es kann bei uns Menschen sehr unterschiedlich gedeutet werden. Das Gewissen ist kein Garant für ein richtiges Verhalten, da es sehr unterschiedlich geprägt sein kann. Es bleiben Grauzonen.
Gott als Schöpfer des Gewissens bindet dieses an die Beziehung eines Menschen zu Jesus und seinem Wort. In dieser Koppelung kann in kniffligen Situationen im Wettkampf ein Gebet hilfreich sein: „Jesus, scheine du durch mich“. Es wäre ein falscher Gedanke, und ich müsste meiner Meinung nach mein Gewissen korrigieren lassen, wenn ich denke, dass ich körperlich im Zweikampf beim Fußball nicht dagegenhalten dürfe oder beim Tennis mir alles gefallen lassen müsste. An dieser Stelle bleiben Fragen offen, auch wenn wir es gerne hätten, auf jeder Situation eine eindeutige Antwort zu haben. Die Bibel fordert uns zu Folgendem auf:
„Das Endziel des Gebotes aber ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.“ 1. Timotheus 1,5
Ich wünsche uns:
Liebe aus reinem Herzen
Liebe aus gutem Gewissen
Liebe aus ungeheucheltem Glauben
Zurück zu der kniffligen Situation mit meinem Gegner: Lag mein Gewissen richtig, gehemmt zu sein, nachdem das passiert war?
Meiner Meinung nach lag mein Gewissen nur darin richtig, den Wunsch zu haben, nicht durch mein Verhalten die Herzenstür meines Gegners dem Evangelium gegenüber zu verschließen. Und dies, solange ich mich an die Regeln halte, meinem Gegner Fairness und Respekt zeige. Wenn ich Liebe aus reinem Herzen und ungeheucheltem Glauben praktiziere, brauche ich nicht gehemmt zu spielen. Hier kann ich dazulernen.
Allerdings schätze ich mein Gewissen in nachfolgendem Verhalten richtig ein: Beim nächsten Seitenwechsel sprach ich meinen Gegner an und entschuldigte mich nochmals. Inzwischen konnte er besser damit umgehen und erklärte, dass er nur im ersten Moment sauer war. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihm nach dem Spiel eine Sportlerbibel schenken konnte. So ein Geschenk nach einem Match hatte er noch nicht erlebt. Wir hatten noch ein gutes Gespräch über den Inhalt der Bibel.
Wer die Spannung spürt und seinen Fokus darauf legt, Gott im Wettkampf zu ehren, dabei aber kein Weichei zu sein, vielmehr ein harter Wettkämpfer, dem empfehle ich das Video, das von „Athletes in Action“ produziert wurde mit dem Titel: „Hey rival“. Es ist in englischer Sprache, aber sehr hilfreich. https://www.youtube.com/watch?v=E_rMUeIviRo
Dean Grube
SRSempowerment / SRSjüngerschaft / SRSsportmentoring / SportPark
Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder
Sein Wohnort ist Rodenbach bei Puderbach.
Seine Sportarten sind Tennis, Ballsportarten und Radfahren.
Das Motiv zur Sportmission lautet: „Jesus ist der Allerbeste.“
Weitere Sportandacht lesen: Alle Sportandachten
Wöchentliche Sportandacht kostenfrei per E-Mail bestellen: Bestellformular