Vertrauen, das trägt
„Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln.“ Psalm 37,5
Sonntag, 15. November 2020. Die Arizona Cardinals liegen elf Sekunden vor Schluss mit 26:30 gegen die Buffalo Bills zurück. Die Spannung im Stadion ist greifbar – und auch vor dem Bildschirm spürt man: Jetzt braucht es ein Wunder.
Kyler Murray, der junge Quarterback, bekommt den Snap, rollt nach links, weicht zwei Verteidigern aus und wirft – einen verzweifelten, aber gezielten Ball in Richtung Endzone. Eine klassische „Hail Mary“. Der Ball fliegt hoch, fast schwerelos, und in der Endzone stehen drei Verteidiger der Bills – und ein einziger Receiver: DeAndre Hopkins.
Was dann passiert, ist fast unwirklich. Hopkins springt höher als alle anderen, greift mit beiden Händen durch die Arme der Verteidiger und fängt den Ball. Touchdown! Sieg!
Die Menge tobt. Die Kommentatoren überschlagen sich. Millionen an den Bildschirmen stockt der Atem und ich kann es einfach nicht fassen. Ein Moment, an den ich mich so gern erinnere.
Was hat American Football mit Psalm 37,5 zu tun?
Vertrauen. Murray warf den Ball, ohne zu wissen, ob Hopkins ihn fangen würde. Er warf ihn, weil er vertraute. Weil er wusste: „Wenn jemand diesen Ball fangen kann, dann er.“ Und Hopkins? Er lief seine Route, obwohl die Chancen minimal waren. Er sprang, obwohl drei Gegner ihn deckten. Er vertraute darauf, dass der Ball kommt – und dass er ihn fangen kann.
So ist es auch im Glauben. Manchmal stehen wir wie Zuschauer am Rand unseres Lebens und denken: „Das wird nichts mehr.“ Die Zeit läuft ab. Die Gegner sind stärker. Die Route scheint zu Ende. Und dann – wirft Gott den Ball. Nicht blind, sondern mit Absicht. Nicht zufällig, sondern gezielt. Und er wird auch noch gefangen – gegen jede Wahrscheinlichkeit.
Psalm 37,5 lädt uns ein, Gott die Kontrolle zu übergeben. Ihm zu vertrauen. Auch wenn wir nicht wissen, wie der Spielzug ausgeht. Auch wenn wir nur Zuschauer sind. Denn Gott handelt. Nicht immer spektakulär wie bei einer Hail Mary – aber immer mit Ziel, mit Liebe, mit Kraft.
Dieser Vers ist für mich zu einem Lebensbegleiter geworden. Als mein Taufvers war er das Versprechen, dieses Vertrauen zu leben. Als unser Trauspruch wurde er zum Fundament für die Ehe mit meiner Frau Kathy. In den über 11 Jahren, die seitdem vergangen sind, hat Gott uns oft herausgefordert. Doch ich kann heute mit Überzeugung sagen: Jeder einzelne Tag hat sich gelohnt, und ich vertraue darauf, dass dies auch für alle kommenden Tage gilt.
Manchmal genügt ein einziger Wurf, um alles zu verändern. Und manchmal reicht ein einziger Moment des Vertrauens, um Gottes Handeln zu erkennen.
Christopher Claaßen
SRSpersonal
Ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Hamm/Sieg.
Er liebt alle Ballsportarten und Fitness.
Sein Motiv für Sportmission: „Ich liebe es, Menschen zu begleiten und sie mit Gott zu connecten. Ich liebe es, Sport zu machen und mich immer wieder herauszufordern. Und weil ich dadurch beides zusammenbringen kann, liebe ich Sportmission.“
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