22. Juli 2026

Servus!

Sportandacht hier anhören

 

„Servus“. sagen die Jugendlichen meiner Trainingsgruppe, wenn ich die Halle betrete. „Servus“, grüßen mich die Nachbarn.

„Servus!“ Dieser Gruß begleitet mich, seitdem ich in Bayern wohne. Ich mag dieses Wort so sehr, dass ich es auch in anderen Gegenden gebrauche. Manchmal kassiere ich dafür erstaunte Blicke.

Doch was bedeutet „Servus“ eigentlich? Das Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt „Sklave“ oder „Diener“. Wer andere damit begrüßt, sagt eigentlich: „Ich bin dein Diener“ oder „Ich stehe dir zu Diensten.“ 

Hinter diesem einfachen Wort steckt also eine Haltung: Die Haltung der Demut, die bereit ist sich dem anderen unterzuordnen.

Das entspricht der Lebensweise von Jesus:

Denn auch der Menschensohn [also Jesus] ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Markus 10,45

 

Service oder Servus?

Im Sport geht es darum, der Größte zu sein. Um diesem Ziel näher zu kommen, nutzt man in Rückschlagsportarten den Aufschlag, auch „Service“ genannt. Damit beginnt der Ballwechsel: Mein Service soll es dem anderen möglichst schwer machen und meinem Spiel dienen, damit ich gewinne. 

Das Gegenteil vom „Servus“: Damit beginnt meine Begegnung mit einem anderen Menschen: Mein „Servus“ soll es ihm möglichst leicht machen und ihm dienen, damit er gewinnt. 

Beim Service im Sport geht es um mich und um meinen Vorteil. Beim „Servus“ geht es um den anderen und um seinen Vorteil.

Ich bin bereit, ihm den besten Service für unsere Begegnung zu bieten. Denn ich weiß: Wenn er gewinnt, dann gewinne auch ich.

Jesus sagt: 

Der Größte unter euch soll euer Diener sein.

Matthäus 23,11

 

Wenn wir anderen in dieser Haltung dienen, dann erleben wir vielleicht, wie beide zu Gewinnern werden. 

Das Schöne ist, dass „Servus“ auch als Abschiedsgruß verwendet wird. Die Haltung des Dienens kann also am Anfang und am Ende einer Begegnung ausgedrückt werden.

Mein Wunsch für dich ist, dass dir diese Mailandacht gedient hat. In diesem Sinne: „Servus!“ 

Samuel Haubner

SRS-Sportpastor & Bereichsleiter Kinder- und Jugendsport. 

Er ist verheiratet, hat vier Kinder und wohnt in Ingolstadt. Seine Sportart ist Tischtennis. 

Samuels Motiv zur Sportmission lautet: „Mit meinem Team will ich Kindern und Jugendlichen im Sport dienen, sie ermutigen und ihnen Jesus als besten Freund und Trainer bekanntmachen.“