20. Mai 2026

Richtig so?

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​Die Witterung des letzten Winters war keine allzu große Herausforderung, dennoch hat sie mich nur selten aufs Motorrad gelassen: Die trockenen Phasen waren kurz, die Zeiten mit Streusalz auf den Straßen dagegen lang. Und Hand aufs Herz: Dann und wann kam sicherlich auch ein bisschen Bequemlichkeit hinzu – die Unlust, den Kärcher extra aus dem Keller zu holen oder mich endlich um die Reparatur meiner Griffheizung zu kümmern.

​Bei den ersten Ausfahrten im Frühling stellte ich mir dann gelegentlich die Frage: „Richtig so?“ Die Antwort war genauso schnell gegeben: Nein! Nein, Jörg, du hast die sichere Linie nicht sauber getroffen. Ohne das regelmäßige Fahren hatten sich wieder die typischen Fehler bei der Blickführung eingeschlichen.

​Ich weiß nicht, wie es in deiner Sportart mit der Blickführung aussieht. Ob ich auf dem Motorrad sitze oder stehe: Ich muss dorthin schauen, wo ich hinfahren will. Denn sonst komme ich dort nicht an. Das gilt genauso fürs Autofahren.

​Im April stand dann unser jährliches Fahrsicherheitstraining bei der Verkehrswacht an. Wie gut, dass es Trainer gibt, die einen mit den richtigen Anweisungen schulen und vormachen, wie es richtig geht. Und dass, obwohl ich über die Jahre natürlich viel Erfahrung gesammelt habe und manches spielend leicht selbst hinbekomme.

​Im Leben mit Jesus ist das ganz ähnlich: Ich bin schon lange Christ, habe viel gelernt, weiß, was mich im Glauben stärkt und wie ich es erfolgreich anwende. Dennoch laufe ich Gefahr, am Ziel vorbeizusteuern, wenn ich nur auf mich selbst und meine Erfahrung vertraue.

​Im Hebräerbrief heißt es (Kap 12,1-2):

​„Da wir von so vielen Zeugen umgeben sind, die ein Leben durch den Glauben geführt haben, wollen wir jede Last ablegen, die uns behindert, besonders die Sünde, in die wir uns so leicht verstricken. Wir wollen den Wettlauf bis zum Ende durchhalten, für den wir bestimmt sind. Dies tun wir, indem wir unsere Augen auf Jesus gerichtet halten, von dem unser Glaube vom Anfang bis zum Ende abhängt.“

​Auch das Leben mit Jesus lebt nicht zuerst von der eigenen Erfahrung, sondern vor allem vom Blick auf eben diesen Jesus. Von ihm geht der Glaube aus, von ihm wird er ans Ziel geführt. Laufen, fahren oder spielen müssen du und ich den Wettkampf des Lebens natürlich selbst. Erfolgreich gelingt das aber nur mit dem festen Blick auf den Trainer.

​Jesus im Blick? Richtig so!

 

Jörg Sahm
SRS Motorradpastor

Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und wohnt in Griesheim.
Seine Sportart ist Motorradtouren u. Fahrsicherheitstrainings.
Und sein Motiv für Sportmission lautet: „(Mit) Christus dort hinfahren, wo die Menschen sind.“

 

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