28. Januar 2026

POKERFACE

Heute geht es mal um eine andere „Sportart“ – zumindest auf den ersten Blick: Poker. Randsportart? Ist das überhaupt Sport? Darüber kann man streiten. Aber spannend ist es ohne Frage.

Beim Poker spielen alle eine „Rolle“. Jeder versucht, etwas darzustellen – daher auch der Begriff Pokerface. Doch entscheidend ist nicht das Gesicht, sondern das Kartenblatt. Was habe ich wirklich auf der Hand? Entspricht das, was ich zeige, der Realität – oder ist alles nur Bluff? Und glauben die anderen mir, was ich versuche zu vermitteln?

Wer Poker im Fernsehen schaut, kennt den besonderen Perspektivwechsel: Als Zuschauer siehst du, im Gegensatz zu den anderen Mitspielern, die Karten aller Spieler, denn diese werden auf ein Glas mit einer Kamera gelegt.

Seien wir mal ehrlich: Wie oft laufen wir als Menschen mit einem Pokerface herum? Wir zeigen Stärke, Frömmigkeit, geistliche Routine – aber wie sieht unser echtes Lebensblatt wirklich aus?

„Ob ich sitze oder stehe – du weißt es, aus der Ferne erkennst du, was ich denke. Ob ich gehe oder liege – du siehst mich, mein ganzes Leben  ist dir vertraut. Schon bevor ich anfange zu reden,  weißt du, was ich sagen will.“ Psalm 139, 2–4

Gott kennt nicht nur unser Verhalten, sondern auch unsere Gedanken. Unser Innenleben. Unsere Seele. Vor ihm gibt es kein Pokerface. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: Was erwarten andere von mir? Sondern: Wie geht es mir wirklich – geistlich? Wie steht es um meine Beziehung zu Gott? Wie geht es meiner Seele?

Und noch konkreter: Hast du eigentlich ein geistliches Zuhause? Eine Kirche? Menschen, mit denen du ehrlich reden kannst? Oder spielst du vielleicht schon lange eine Rolle – angepasst an Erwartungen, fromm nach außen, aber innerlich eher leer oder müde?

Im Poker gilt: Karten offenzulegen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Klarheit und Stärke. Im Glauben ist es ähnlich – auch wenn unsere Welt oft das Gegenteil behauptet.  

Warum war David ein „Mann nach dem Herzen Gottes“? Nicht, weil er alles richtig gemacht hat. Sondern weil er Gott immer wieder sein echtes Lebensblatt hingelegt hat – mit Schuld, Angst, Zweifel und Hoffnung. David hat Gott nichts vorgespielt. Er hat sich ihm anvertraut. 

Next Step / Challenge: Nimm dir bewusst einen Moment und frage dich ehrlich: Wo spiele ich eine Rolle – und wo bin ich echt? Und mit wem teile ich mein echtes Lebensblatt? Vielleicht ist heute der richtige Moment, die Karten offen auf den Tisch zu legen – vor Gott und vor Menschen, denen du vertrauen kannst.

 

Markus Malessa 
SRSsportmentor   
Er ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Sendenhorst. 
Seine Sportart ist Bodybuilding, und er ist Fan von  Boxen, American Football, Eishockey und Fußball.  
Sein Motiv für Sportmission lautet: „Gott hat mich gerufen und mit Begabung ausgestattet. Ich sehe meinen Auftrag, seine Botschaft in den Sport zu bringen.“

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