04. Februar 2026

Nüchtern betrachtet

Heute starten die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d‘Ampezzo. Jeder Athlet weiß, was er dafür trainiert hat und was er kann. Um diese nüchterne Feststellung rankt nun die Hoffnung, alles im rechten Augenblick abrufen zu können und gesund zu bleiben. Ausgang offen. Übrigens eine total biblische Betrachtungsweise: 

„So spricht der Herr der Heerscharen: Achtet gut darauf, wie es euch bisher ergangen ist.“ Haggai 1,7 

Nüchternheit ist also beileibe nicht nur die Abwesenheit von Alkohol. Sie bringt ganz einfach die Wirklichkeit ins Spiel. Nüchterner geht es nicht mehr: "Seht euch doch um, dann wisst ihr, woran ihr seid." Gott knüpft beim Ist-Zustand an.  

Was war passiert? Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft wohnte man bereits wieder in "getäfelten Häusern", doch um den Tempel Gottes war es schlecht bestellt. Zweimal gebraucht der Prophet obigen Wortlaut und sieht einen Zusammenhang zwischen dieser Tatsache: „Ihr habt reichlich gesät, aber nur wenig geerntet; ihr esst, werdet aber nicht satt; ihr trinkt und bekommt doch keinen Rausch; ihr zieht euch an und werdet doch nicht warm; und wer etwas verdienen kann, dem zerrinnt es zwischen den Fingern“ (Haggai 1, 6).  

Im Blick auf die Olympischen Winterspiele gewiss kein positives Beispiel einer Wettkampfvorbereitung, wo doch viel mehr Hoffnung gefordert wäre. Und doch weiß jeder in sich drin, dass es Dinge gab und gibt, die verhindert haben, dass es hätte besser laufen können. Da sind wir wieder bei Haggai. 

Der Prophet hebt auf einen einzigen (!) Punkt ab und lässt keine Zweifel: „Und weshalb das alles? `Sagt der Herr, der allmächtige Gott.` Weil mein Haus in Trümmern liegt und jeder von euch nur um sein eigenes Haus rennt.“ 

Wer seine momentane Wirklichkeit nüchtern betrachtet, muss sich fragen, inwieweit der lebendige Gott in den vergangenen Monaten eine wesentliche Rolle gespielt hat. Vielleicht sind es sogar Jahre des Ungleichgewichts. Wie dem auch sei: 

Zukünftiges, auch sportliche Höchstleistung im rechten Augenblick, bleibt bis zum Tag X offen. Aber das sollst du wissen: Seid Jesus in diese Welt mit all ihrem Auf und Ab gekommen ist, sieht Gott dich mit liebenden Augen an. Ja, wirklich (!) egal, was du dir vielleicht vorwerfen musst. Jetzt genau ist der Zeitpunkt, den „Tempel“ zu bauen.  

Wie könnte das heute aussehen? Mehr als sein Leben Jesus anvertrauen, geht doch nicht! Petrus war in einer ähnlichen Lage, als ihm Jesus die Frage stellte – und er tat es dreimal! – ob  er ihn lieben würde. Was hatte sich mit seinem Ja darauf bei dem später so wackeren Fels in der Christenheit verändert? Er hatte damit die Prioritäten von Neuem richtig gesetzt. So wurde er das, was Jesus aus ihm machen wollte. Das aber konnte Petrus in diesen Augenblicken nicht sehen – und musste es auch nicht.  

Denn Jesus hatte die Verantwortung dafür übernommen. Das wird bei dir und mir nicht anders sein – so auch beim Verlauf der Spiele in Italien. 

 

Helmfried Riecker 

Gründer von SRS e.V.. 
Ist verheiratet und wohnt in Helmenzen (AK). 
Er fährt Motorrad-Trial. 
Seine Motivation für Sportmission lautet: 
„Ich finde es einmalig, im Sport von Jesus geführt zu werden.“ 

 

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