Kein Grip ohne Fundament
Waldläufe zum Saisonstart: Jeder, der im Teamsport groß geworden ist, kennt diesen Geruch von feuchtem Waldboden, brennende Waden und das Keuchen der Kollegen im Nacken. Grundlagenaufbau eben. Alleine hätte ich mich damals nie im Wald gequält. Aber mit dem Trainer an der Linie und dem Zug im Team war das etwas anderes – da hat es sogar Spaß gemacht. Zumal mein Ehrgeiz geweckt war und ich vorne mitlaufen wollte.
Später stand viele Jahre der Fußball im Fokus, doch die alte Liebe zum Zweirad hat mich nie ganz losgelassen. Heute fahre ich wieder fokussiert Motorrad – und seit ein paar Monaten auch wieder offroad auf der Sportenduro, genau da, wo meine Fahrleidenschaft einst begann.
Wer denkt, beim Motorradfahren arbeitet nur der Motor, irrt gewaltig. Eine Tagestour auf der Straße verlangt schon Körperspannung. Doch auf der Sportenduro ist es eine ganz andere Liga: Du stehst fast permanent in den Rasten, arbeitest mit dem gesamten Körper gegen Schläge, Schlamm und Spurrillen. Das Gelände fordert dich kompromisslos. Und mir wurde schnell klar: Ich brauche heute wieder genau das, was ich damals im Wald aufgebaut habe – echte Grundlagenausdauer.
Im Glauben und in Beziehungen ist das kein Stück anders. Auch sie leben vom Fundament. Wenn wir keine gemeinsame Zeit investieren und kein Vertrauen wagen, bleibt jede Freundschaft oberflächlich. Und mit Jesus verhält es sich genauso: Eine lebendige Beziehung wächst nicht dadurch, dass wir morgens gehetzt fünf Minuten durch eine Andacht huschen. Es geht um echte Qualitätszeit – Zeiten, in denen wir zur Ruhe kommen und ihm wirklich begegnen.
Natürlich gehören im Alltag auch die kurzen Momente dazu: Der schnelle Handschlag im Fahrerlager, das kurze Abklatschen vorm Training. Aber die Tiefe entsteht dort, wo wir bewusst Zeit freischaufeln. Solche Verabredungen – ob miteinander am Küchentisch oder im Gebet mit Jesus – sind wie der Waldlauf vor der Saison. Sie kosten Überwindung, aber sie legen das Fundament, auf dem wir stehen, wenn die Strecke steil und unwegsam wird.
Im Team Enduro/MX begleitet uns dieses Wort aus Philipper 4,13:
„Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.“
Diese Zusage gilt nicht nur im Wettkampf, sondern genau da, wo wir anfangen, unsere Grundlagen zu legen.
Wie schaut eigentlich dein Waldlauf mit Christus aus? Oder wie könnte er aussehen, wenn du noch keinen machst? Investiere in dieses Fundament, damit die Beziehung trägt, wenn es im Leben ruppig wird. Probiere dich mutig aus und schaffe dir eine gute Grundlage, Christus zu begegnen, um in eine tiefe, vertrauensvolle Beziehung hineinzuwachsen.
Jörg Sahm
SRSmotorrad-Pastor
Jörg Sahm lebt in Griesheim, ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder und mittlerweile Opa. Durch Motorradtouren und Fahrsicherheitstrainings baut Jörg Brücken, sucht den authentischen Austausch und bringt den Glauben mitten in den Alltag der Biker. Sein Leitmotiv lautet: „(Mit) Christus dort hinfahren, wo die Menschen sind.“