02. September 2026

Jubel und Enttäuschung

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Was war dieser gerade vergangene August doch für ein Sportmonat: Leichtathletik-EM in Birmingham, Schwimm-EM in Paris, Turn-EM in Zagreb, Rhythmische Sportgymnastik-WM in Frankfurt, Reiter-WM in Aachen etc. – und alles auf höchstem Niveau. Im Mittelpunkt stets der Mensch, die Athletin, der Athlet. Gut vorbereitet – und doch keine Maschine. Und dabei von einem Millionenpublikum verfolgt.

Unter solchen körperlichen, mentalen und emotionalen Höchstbelastungen wird die Sicht, wie man sich selbst sieht, noch deutlicher. Riesige Freude und tiefe Enttäuschung lagen so dicht beieinander. Von David ist uns in diesem Zusammenhang eine nachdenkenswerte Aussage überliefert:

„Er führte mich hinaus ins Weite, er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.“ (2. Samuel 22, 20)

Am Ende seines Lebens fasst David zusammen, was ihn zeit seines Lebens bewegte: „…aber der Herr war mein Halt“ (2. Samuel 22, 19b). Er spricht von Feinden und Hassern, die ihn dann überrennen wollten, als es ihm schlecht ging: „…zur Zeit meines Unglücks…“ (2. Samuel 22, 19a). Aus solchen Lagen riss ihn Gott ins Weite hinaus. Und die Begründung dafür? „Denn er hatte Lust zu mir.“

Dies ist bestimmt eines der merkwürdigsten Worte im Alten Testament. Es spricht ein Mensch aus, der Gottes Liebeserklärung zu ihm trotz aller Fehlerhaftigkeit erkannt hat, genau wie Johannes es Jahrhunderte später in seinem Brief beschreibt: „Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt“ (1. Johannes 4, 10). Das ist die neue Identität, die Jubel und Enttäuschung neu einordnet und aushält.

Ist es nicht schon unter Menschen ganz normal, dass Freude aufkommt, wenn wir merken, dass wir anderen eine Freude gemacht haben? Wer weiß, dass Gott Lust zu ihm hat, bei dem wächst die eigene Wertschätzung und gedeiht die so wichtige Selbstannahme. Wir sind geradezu darauf angelegt, geliebt zu werden! Es verleiht unserem Leben den ganz tiefen Sinn.

Die Liebe Gottes ist wie eine Gießkanne, unter deren Wasserstrahlen Fröhlichkeit und Sorglosigkeit wachsen und die Oberhand behalten wollen. Aber auch die Kreativität und das Wollen, eine Sache neu oder gerade jetzt wiederholt anzupacken, machen sich von Neuem auf die Reise. Wenn du um diese Liebe Gottes nicht nur weißt, sondern sie heute auf dich wirken lässt, wird die Sinnfrage auch unter ganz widrigen Umständen wunderbar beantwortet. Es ist wie beim Dehnen unserer Muskulatur nach der Anstrengung: Eine kleine Gewohnheit, die kaum Zeit beansprucht, aber einen riesigen Unterschied macht.

Helmfried Riecker

Gründer von SRS e.V..
Ist verheiratet und wohnt in Helmenzen (AK).
Er fährt Motorrad-Trial.
Seine Motivation für Sportmission lautet:
„Ich finde es einmalig, im Sport von Jesus geführt zu werden.“