03. Dezember 2025

Irrtum möglich

Vergessen werde ich es wohl nie: Mein Freund hatte gerade mit der Sportart Trial begonnen und sich in die Spuren eines Eurocup-Laufes gewagt. Ich sah ihm zu, wie er sich durchquälte und jede Menge Füße setzte. „Wie kann man sich nur so anstellen, die Sektion ist doch nicht so schwer“, so oder ähnlich dachte ich und schüttelte innerlich den Kopf. Ja, dann war ich dran, souverän bis zum E-Schild. „Bist du nicht Experte?“ fragte der Punktrichter. „Dann hättest du woanders durchfahren müssen.“ 5 Strafpunkte. Dieser Irrtum hatte Folgen. Mit noch einem anderen Fahrfehler fuhr ich das schlechteste Ergebnis ein Eurocup-Laufs ein: Zehnter. Am Ende der Saison stellte sich heraus, selbst ein 7. Platz bei diesem Lauf hätte noch zum Gewinn des Eurocups gereicht. Es war die Fünf! Hochmut und Irrtum hängen wohl mehr zusammen als einem lieb ist. 

Jesus erwiderte: ´Ihr irrt euch, weil ihr weder die Schrift  noch die Kraft Gottes kennt`.“ Markus 12,24 

Das Problem war nicht, dass ich mich irren kann. Doch die Bibel sagt: „Hochmut kommt vor dem Fall“ (Sprüche 16,18). Und die Gedanken brauchen Korrektur: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft“ (Jesaja 40,31). Das alles hatte ich außer Acht gelassen. Keine Kraft für eine momentane gedankliche Korrektur: „Weg mit der Überheblichkeit, bete viel lieber für deinen Freund!“ wäre passend gewesen und ich hätte Zeit gehabt, die Sektion vorher genau abzugehen. So wurde es ein sportlich „teurer“ Irrtum. 

Man kann die Bibel unter allen möglichen Gesichtspunkten untersuchen: Wissenschaftlich, historisch, im Blick auf Parallelen mit der Weltliteratur; man kann sie mit dem Koran und anderen religiösen Schriften vergleichen. Trotzdem bleibt sie das, was sie ist: Das autoritative Sprachrohr Gottes in schriftlicher Form, der Leitfaden für die Errettungen des Menschen aus seiner Sünde und dem damit zusammenhängenden Getrenntsein von Gott. Jesus bringt jetzt das mit der Fähigkeit, sich gründlich zu irren, zusammen.  

Natürlich kann man das, was Jesus sagt,  ignorieren. Doch damit wäre der größte Irrtum eines Menschen vorprogrammiert. Dann hat Gott im Leben des Einzelnen keine Bedeutung mehr. Wer hier irrt, kriegt die Fäden nicht zusammen. Alle Irrtümer, deren ein Mensch fähig ist, lassen sich letztlich in irgendeiner Form auf dieses Defizit zurückführen. 

Ja, Irrtümer können schmerzen. "Warum, warum nur habe ich mich geirrt?" Das könnte auch am Ende dieses Jahres quälen. Wer Jesus diese Frage im Gebet stellt, wird nicht ohne Antwort bleiben. Er wird dir die Analyse deiner Versäumnisse nicht ersparen, so dass du das nächste Mal, wenn es wieder drauf ankommt, nicht nur darauf gefasst bist, sondern auch fähiger, geübter und stärker sein wirst. Und du wirst feststellen, dass dein Urteilsvermögen wächst und du gute Entscheidungen treffen kannst. Du baust auf das, was Gott sagt - und was er kann. Darum brauchst du dich nicht davor zu fürchten, dich zukünftig da und dort zu irren. Du kannst dieses "Defizit" Jesus anvertrauen. Und ihn bitten, dass er trotz all der möglichen Irrtümer, die dir unterlaufen könnten, sein Ziel mit deinem Leben verfolgt. Auch in deinem Sport. Er wird es tun. Darin gibt es keinen Irrtum. Denn den tiefsten hast du ja bereits beseitigt.  

 

Helmfried Riecker 

Gründer von SRS e.V.. 
Ist verheiratet und wohnt in Helmenzen (AK). 
Er fährt Motorrad-Trial. 
Seine Motivation für Sportmission lautet: 
„Ich finde es einmalig, im Sport von Jesus geführt zu werden.“ 

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