08. Juli 2026

Hochzeitstag

Sportandacht hier anhören

Wenn diese Sportandacht erscheint, dürfen Carmen und ich unseren kirchlichen Hochzeitstag feiern. Damals hatten wir uns versprochen, zusammenzubleiben: „bis dass der Tod uns scheidet“. 

Ein anstrengendes Versprechen, denn nunmehr 31 Jahre Ehe lebten sich für uns nicht permanent auf „Wolke sieben“, so ohne Krisen, Niederlagen oder Streit. Aber bis heute haben wir diese Krisen bewältigt, sind nach Niederlagen wieder gemeinsam aufgestanden und haben einander die Streitigkeiten vergeben. Weil Jesus uns dazu befähigt hat. Und weil wir diese Dinge analysiert und unsere Lehren daraus gezogen haben – mal federführend Carmen, mal ich, oder mal wir gemeinsam, auch schon mal mit Hilfe Dritter, man könnte sie „Trainer“ nennen.

Lese ich die Bibel, stelle ich fest, dass geistliches Leben ebenfalls herausfordernd ist. Paulus etwa vergleicht im 1. Korintherbrief in den letzten Versen des 9. Kapitels geistliches Leben mit einem Wettkampf. Er „zerschlägt“ und „knechtet“ seinen Körper, „damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verwerflich werde“ (Vers 27). 

Er ordnet sein Leben inklusive aller Begierden dem geistlichen Ziel unter, einen unvergänglichen Siegeskranz zu erhalten (Vers 25). Er will durchhalten. Deshalb redet er hier von härtestem Training, womit er in Markus 8, Vers 36 ein Wort Jesu aufgreift: 

„Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und sein Leben einzubüßen?“ 

Im Römerbrief, Kapitel 7, reflektiert Paulus ein weiteres Wort von Jesus, aus Matthäus 26, Vers 41: 

„Der Geist ist willig, das Fleisch aber schwach.“ 

Was nichts anderes bedeutet, als dass unsere inneren Überzeugungen, so wertvoll und von Gottes Geist geleitet sie sein mögen, sich nicht von allein leben. Denn da ist eine Kraft als Gegenspieler am Werk, die er die „Macht der Sünde“ nennt. Die ist so stark, dass selbst er viel zu viele Dinge tut, von denen er innerlich gar nicht überzeugt ist (Römer 7, Vers 19).

Klingt es an dieser Stelle nicht sinnvoll, ein geistliches Ausdauertraining zu etablieren? So klappt das im Sport und sogar der Ehe ja auch, nämlich zielgerichtet zu trainieren und aus Niederlagen zu lernen. In der Königsherrschaft, der alles umfassende Regentschaft Gottes, gelten die dargestellten Trainingsprinzipien so jedoch nicht. Deshalb stellt Paulus in Römer 7, Vers 24, nach aller versuchten Selbstdisziplin doch die folgende Frage: „Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leib des Todes?“

Und der Apostel formuliert eine Antwort, die man zweimal lesen muss, weil sie durch eine Kapitelteilung unterbrochen wird. Im Zusammenhang klingt sie jedoch so: 

„Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also diene ich nun selbst mit dem Sinn [Vernunft, Denken] dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch [unserer Natur] aber dem Gesetz der Sünde. Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Römer 7, 25 + 8, 1-2

Paulus fasst zusammen, womit er sich zuvor ausführlich beschäftigt hat. Und er macht deutlich, dass es den angesprochenen Siegeskranz nur deswegen gibt, weil ein neues Gesetz ein altes nicht bloß außer Kraft setzt, sondern es übertrifft. 

Sünde und Tod werden nicht einfach für ungültig erklärt, sondern sie werden bezahlt und besiegt. Durch Jesus. Und das ist es, was frei macht. Kein Training und keine Disziplin können dies leisten, sondern eben nur Jesus! Training und Disziplin jedoch brauche ich, brauchst du, um dir dies immer wieder vor Augen zu führen, besonders dann, wenn es eng wird. Und um anderen sichtbar zu machen, dass wir es ernst meinen mit Jesus. 

Aber frei sind wir allein durch Jesus! 

Amen.


Jörg Sahm  SRSmotorrad-Pastor

Er lebt in Griesheim, ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder und mittlerweile Opa. Durch Motorradtouren und Fahrsicherheitstrainings baut Jörg Brücken, sucht den authentischen Austausch und bringt den Glauben mitten in den Alltag der Biker. Sein Leitmotiv lautet: „(Mit) Christus dort hinfahren, wo die Menschen sind.“