17. Dezember 2025

Du bist mehr als dein schwächster Moment

Am Wochenende war ich mit meiner Familie beim Musical „Weihnachten neu erleben“ in Karlsruhe. Ein Satz hat mich seitdem nicht mehr losgelassen: 
„Wir sollten einen Menschen nicht nach seinem schwächsten Moment bewerten.“ 

Boom! Ein Satz – und plötzlich hält er mir den Spiegel vor. Wie oft mache ich genau das? Ich sehe einen Fehler. Einen Aussetzer. Eine schlechte Leistung. Und innerlich ist das Urteil schon gesprochen. Im Sport ist dieses Denken fast schon „normal“ geworden: 

  • Ein schlechter Wettkampf – „Die ist durch.“ 

  • Ein Fehlpass im entscheidenden Moment – „Der kann nichts.“ 

  • Ein Sturz – Karrierefragezeichen. 

Die Sportwelt ist schnell. Brutal ehrlich. Leistungsorientiert. Und genau deshalb wird der Mensch oft auf seinen schwächsten Moment reduziert. Was selten zählt und auch nicht gesehen wird: 

  • Jahrelanges Training 

  • Opfer im Verborgenen 

  • Verletzungen, Kämpfe, Rückschläge 

  • Charakter 

Und jetzt wird es unbequem. Denn dieses Denken gibt es nicht nur im Stadion, in den Medien oder in der Mixed Zone – es gibt es auch in der christlichen Welt

  • Predigten werden seziert. 

  • Fehler öffentlich markiert. 

  • Schwächen gesammelt – oft unter dem Deckmantel von „Wahrheit“, „Schutz“ oder „Aufklärung“. 

  • „Die Predigt war schlecht…Da war ein Haar in der Suppe…So jemand darf keine Plattform haben...“ 

Und was steckt oft dahinter? 

  • Stolz 

  • Vergleich 

  • Der Wunsch, selbst besser dazustehen 

  • Ein steigender eigener „Bekanntheitsgrad“ 

Doch Gottes Perspektive – ein komplett anderer Maßstab  

Paulus schreibt in Epheser 4,2–3: 

„Seid freundlich und demütig, geduldig im Umgang miteinander. Ertragt einander in Liebe und setzt alles daran, die Einheit zu bewahren, die Gottes Geist euch geschenkt hat.“ 

Das ist kein Wohlfühlvers. Das ist ein Gegenentwurf zur Leistungs- und Bewertungskultur. Gottes Maßstab ist nicht: „Wie schlecht war dein schlechtester Moment?“  

Gottes Maßstab ist: 

  • Gnade 

  • Geduld 

  • Demut 

  • Einheit 

  • Liebe 

Ein guter Coach macht Folgendes: 

  • Er analysiert Fehler – ja. 

  • Aber er definiert den Spieler nicht über diesen Fehler. 

  • Er spricht die Fehler direkt bei der Person an und nicht in der Öffentlichkeit. 

Ein schlechter Coach dagegen: 

  • Macht aus einem Fehler eine Identität 

  • Nimmt Vertrauen 

  • Zerstört Entwicklung 

Jesus – der Meister der zweiten Chance 

Jesus hätte Petrus nach dessen schwächsten Moment bewerten können: Dreimal hatte er ihn verleugnet. Und im entscheidenden Augenblick versagt. 

Doch er sagt: „Weide meine Schafe.“ Jesus sagt im Grunde: „Ich sehe deinen schwächsten Moment – aber ich definiere dich nicht darüber, sondern ich gehe den Weg weiter mit dir und gebe dir Verantwortung.“ 

Ich dagegen merke: 

  • Ich bewerte schneller als ich bete 

  • Ich analysiere mehr als ich liebe 

  • Ich sehe Fehler klarer als andere Menschen 

Frage: Habe ich noch den Fokus von Epheser 4?  

Oder habe ich mich längst an die Logik dieser Welt angepasst? 

Ich möchte mir in den nächsten Tagen folgende Fragen stellen: 

  1. Wen habe ich zuletzt auf seinen schwächsten Moment reduziert? 

  2. Wie gehe ich mit meinen eigenen Fehlern um – gnädiger oder härter als mit denen anderer? 

  3. Bin ich jemand, der Einheit baut – oder Urteile verteilt? 

  4. Wie würde mein Team, meine Mannschaft, meine Familie aussehen, wenn Epheser 4 mein Maßstab wäre? 

Die Welt fragt: „Was war dein schwächster Moment?“ Jesus fragt: „Willst du mir trotzdem nachfolgen?“  

Und das verändert alles!!!  

Markus Malessa  
SRSsportmentor  
Ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Sendenhorst.
Seine Sportart ist Bodybuilding, und er ist Fan von Boxen, American Football, Eishockey und Fußball.  
Sein Motiv für Sportmission lautet: „Gott hat mich gerufen und mit Begabung ausgestattet. Ich sehe meinen Auftrag, seine Botschaft in den Sport zu bringen."! 

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