BODY-IMAGE
Wenn die Tage kürzer und kühler werden, haben die Fitnessstudios Hochkonjunktur. Viele Sportler, die es gewohnt sind, im Freien aktiv zu sein, trainieren nun indoor. Ein wichtiges Element im Fitnessstudio ist der Spiegel, der mehr als einmal pro Trainingseinheit gefragt wird: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste, Stärkste, Fitteste, Breiteste… im ganzen Land? Manche Sportler sind beeindruckt von ihrem Spiegelbild – andere eher ernüchtert.
„Er nannte sich selbst der Große. Alle – die einfachen Leute wie auch die Mächtigen – hörten ihm aufmerksam zu. Man sagte über ihn: ›Er ist die große Kraft Gottes in Person.‹“ Apostelgeschichte 8,9–10
Simon beeindruckte die Menschen mit seinen Fähigkeiten. Dieser Mann war von sich selbst überzeugt. Er hielt sich für den Größten – und nannte sich auch so. „Der Große“ inszenierte sich so gut, dass die Menschen über ihn sagten: Er ist die große Kraft Gottes in Person. Diese Aussagen bestätigten wiederum sein Selbstbild, wodurch sich der Kreis schloss.
Dieser selbstzentrierte Simon begegnete Philippus, einem Jünger Jesu, der in der Kraft Gottes noch großartigere Dinge vollbrachte als er selbst. Bei genauerer Betrachtung stellte Simon fest, dass Philippus – anders als er selbst – sich nie in den Mittelpunkt stellte, sondern stets deutlich machte, ein Werkzeug in den Händen Jesu zu sein, der lebendig ist und diese Wunder bewirkt.
Die Leute schenkten der Botschaft des Philippus Beachtung. Sie hörten ja von den Wundern, die er tat, und konnten sie selbst sehen. Apostelgeschichte 8,6 (…) Er erzählte ihnen von Jesus Christus und von der Macht seines Namens Apostelgeschichte 8,12
Diese Dynamik im Leben von Simon ist uns gar nicht so fremd. Auch wir erleben, wie Lob und Anerkennung unser Selbstbild prägen können. Wie fühlt es sich für dich an, wenn deine hart erarbeiteten sportlichen Fähigkeiten endlich einmal anerkannt werden? Wenn du einen Namen hast, den einige oder sogar alle kennen? Es fühlt sich gut an, den lautstarken Zuspruch der Fans zu hören. Dieses hohe Maß an Aufmerksamkeit macht etwas mit uns. Und wenn wir nicht genau aufpassen, werden wir, so wie Simon, selbst zum Objekt der Anbetung. Das geht schneller, als man denkt.
Alles beginnt mit dem eigenen Body-Image. Wer sich selbst für groß hält, statt im eigenen Spiegelbild den Schöpfer zu erkennen, öffnet Tür und Tor dafür, an der Bewunderung der eigenen Fans übermäßiges Gefallen zu finden und dem Personenkult nicht entschieden genug entgegenzutreten.
Es geht darum, diesen Fehler zu vermeiden, was uns zur eigentlichen Funktion des Spiegels im Fitnessstudio führt: Er dient nämlich nicht dazu, sich selbst zu bewundern, sondern uns vor falschen, körperschädigenden Bewegungen zu bewahren, die zu wiederkehrenden Mustern führen und uns am Ende schaden. Der Spiegel zeigt uns, wenn die Haltung nicht stimmt – zu uns selbst und gegenüber Gott. Unser eigenes Ego verstellt uns so schnell den Blick auf das Wesentliche.
Philippus lebte genau diese reflektierte Haltung. Er tat durch Jesus großartige Zeichen und Wunder, doch sein kontrollierender Blick in den Spiegel veranlasste ihn, allein auf Jesus hinzuweisen, statt über sich selbst zu sprechen. Sein eigenes Body-Image trat hinter Christus zurück und löste sich mehr und mehr in der Ebenbildlichkeit Gottes auf.
Simon, „der Große“, war beeindruckt und schloss sich Philippus an. Obwohl dieser so großartige Wunder vollbrachte, betete Simon nicht ihn an, sondern glaubte an Jesus Christus, den Philippus uneigennützig verkündigt hatte. Der Beginn eines Lebens mit Jesus, an der Seite des Philippus, um zu lernen mit dem Spiegel richtig umzugehen. Weitere Lektionen waren nötig, um den richtigen Blick in den Spiegel zu trainieren.
Ich wünsche dir, dass du in dieser Woche den Philippus-Blick trainieren kannst: Den Blick, der im Spiegel mehr sieht als sich selbst und dankbar auf Jesus schaut.
In diesem Moment wird es egal sein, ob dich dein Körper gerade beeindruckt oder nicht – denn Jesus ist der Schönste, Stärkste, Fitteste, Breiteste… im ganzen Universum.
Alexander Zöller
SRSöffentlichkeitsarbeit
Ist verheiratet, hat vier Kinder und wohnt in Betzdorf/WW.
Er begeistert sich für viele Sportarten, vorrangig Teamsport.
Sein Motiv zur Sportmission lautet: „Wir verändern Ewigkeiten durch Glaube+Sport.“
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