18. Februar 2026

AUSGEBREMST

Sportandacht hier anhören 

Das Ausbremsen ist ein klassisches Überholmanöver im Motorsport. Ein aus dem Windschatten kommender Fahrer nutzt seine leicht höhere Geschwindigkeit, um auf der günstigen Innenbahn neben seinen Konkurrenten zu fahren. Vor einer Kurve bremst er etwas später als sein vorausfahrender Gegner und verschafft sich so einen entscheidenden taktischen Vorteil. Dieser wird dadurch gezwungen, früher oder stärker als geplant zu bremsen, um eine Kollision zu vermeiden. Der daraus resultierende Geschwindigkeitsverlust führt, richtig genutzt, häufig zu einem Positionswechsel. 

Wie hart ist es, wenn du jahrelang intensiv trainierst, die Qualifikation für Olympia geschafft hast, und du deine Teilnahme einen Tag vor Beginn der Spiele durch eine blöde Erkrankung absagen musst? Ein Athlet, der ein solches Drama erlebte, postete: „Heute ist und wird einer der schlimmsten Tage meines Lebens sein. Was ich gerade fühle, übersteigt jede Niederlage, die ich im Sport jemals erlebt habe.“ 

AUSGEBREMST – mit Perspektive? 

Stell dir vor, deine Karriere nimmt gerade Fahrt auf, du erzielst dein bestes Ergebnis und wirst durch eine medizinische Diagnose jäh gestoppt. Ein anderer Athlet, der ein solches Drama erlebte, postete: „Ich hätte mir gewünscht, das Ende meiner Profikarriere selbst zu wählen – nun wurde mir dieser Schritt auf eine harte Art und Weise abgenommen und mein großer Traum endet hier.“ 

AUSGEBREMST – ohne Perspektive? 

Eine solche Erfahrung machen zu müssen, ist unbegreiflich und extrem schwer einzuordnen. Auch als Christ stellt sich keine sofortige Erkenntnis ein. Fragen werden laut:  Ist es Schicksal, Eigenverschulden oder Fremdverschulden? Hat sich Gott, den man als Mitstreiter wähnte, nun gegen einen gestellt? Ist nun das Böse am Werk – versucht es, mich aus dem Rennen zu nehmen? 

DAS GÖTTLICHE AUSBREMSEN 

„Der HERR öffnete Bileam die Augen, sodass er den Engel des HERRN mit gezücktem Schwert in der Hand auf dem Weg stehen sah. Da verneigte sich Bileam vor ihm und warf sich zu Boden. ´Warum hast du deine Eselin dreimal geschlagen?`, wollte der Engel des HERRN von ihm wissen. ´Ich bin gekommen, um dir den Weg zu versperren, weil du sonst vor meinen Augen ins Verderben rennst`.“ 4. Mose 22,31 

So wie beim alttestamentlichen Propheten Bileam ist Gottes Eingreifen unseren Augen so lange verborgen, bis er sie uns öffnet. Bis dahin regen wir uns auf und kommen nicht zur Ruhe, weil wir das Geschehene weder einordnen noch verstehen können. 

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Gott es gut mit uns meint. Er ist nie Gegner, sondern stets für uns. Sein Ausbremsen bewahrt uns. Das mag hart und schmerzhaft sein, doch es ist Segen. Er sieht die Gefahren in der nächsten Kurve und schaut über die nächste Kuppe hinweg. Aus diesem Grund setzt er sich vor uns. Er sieht unseren Weg bis zum Ziel.  

 

DAS FEINDLICHE AUSBREMSEN 

Doch nicht alles, was in unseren Augen negativ aussieht, ist eine Fehlinterpretation von Gottes genialem Handeln. Der Einfluss des Bösen auf unser Leben und die feindseligen Ausbremsmanöver begegnen uns als Christen immer wieder. Diese Angriffe wollen uns von der Ideallinie drängen, ins Kiesbett schicken oder uns – was utopisch ist – aus dem Rennen nehmen. 

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Böse, so sagt es die Bibel in Kolosser 2,15: KEINE Macht mehr über uns hat. Im Gegenteil: Gott hat ALLE Macht, und „wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten zusammenwirkt“ (Römer 8,28). Im Begriff „alles“ sind auch die Ausbremsmanöver enthalten, die das Böse zu unserem Nachteil geplant hatte. Ich bin überzeugt, dass alle Angriffe des Bösen nur dazu führen werden, dass sich das Podest erhöht, auf dem Jesus als Sieger steht. Auch wir sind durch Jesu Sieg „mehr als Überwinder“ (Römer 8,37). 

Vielleicht wirst du in deinem Leben gerade ordentlich durchgeschüttelt und die Curbs schlagen so richtig durch. Du hast das Gefühl, die Bodenhaftung und Kontrolle zu verlieren. Ich kann dich beruhigen: Gott verliert sie nie. 

Mögest du erkennen, wo Gott dich zu deinem Guten ausbremst und lernen, diese Manöver in deinem Leben zu akzeptieren. Er meint es gut, möchte dich vor Schlimmerem bewahren und dich gleichzeitig zu einer besseren Version von dir weiterentwickeln. 

Mögest du erleben, wie Gott mit seiner Allmacht die Angriffe des Bösen mehr als abwehrt und sie zum Ärger des Verursachers zu etwas Gewinnbringendem in deinem Leben werden lässt. 

Gott segne dich! 

 

Alex Zöller 
SRS Mission & Multiplikation 
Ist verheiratet, hat vier Kinder und wohnt in Betzdorf/WW. 
Er begeistert sich für viele Sportarten, vorrangig Teamsport. 
Sein Motiv zur Sportmission lautet: „Wir verändern Ewigkeiten durch Glaube+Sport“. 

 

Weitere Sportandacht lesen: Alle Sportandachten

Wöchentliche Sportandacht kostenfrei per E-Mail bestellen: Bestellformular