03.04.2026

Veränderung braucht Zeit

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Veränderung braucht Zeit – und Vertrauen

Im Mai 2023 zog meine Kaltblutstute Nala bei mir ein. Ihre Vergangenheit war geprägt vom Einsatz in einem Reitbetrieb, wo sie regelmäßig im Reitunterricht ging. Leider kam es in der Halle immer wieder vor, dass sie durchging; für viele war sie deshalb ein schwieriges Pferd.

Als Nala zu mir kam, änderte sich zunächst einmal ihr Umfeld. Statt in einer Box durfte sie nun in einem Offenstall wohnen. Mehr Bewegung, frische Luft, Sozialkontakt und vor allem eine feste Bezugsperson sollten ihr helfen, zur Ruhe zu kommen. Wichtig war mir dabei vor allem eines: Zeit. Zeit zum Ankommen, Zeit zum Vertrauen fassen, Zeit, sich als Pferd neu zu orientieren.

Schritt für Schritt wurde aus dem nervösen Schulpferd eine zuverlässige Freizeitpartnerin. Es war schön zu sehen, wieviel Potenzial in ihr steckte, wenn man ihr nur die Möglichkeit gab, sich zu entfalten.

Im Oktober 2025 stand erneut aus verschiedenen Gründen ein Umzug für sie an, in einen anderen Offenstall, zusammen mit vier weiteren Stuten. Auch dieser Wechsel brachte eine spürbare Veränderung. Sie durfte die Position der Chefin ablegen und wurde dadurch nochmal deutlich entspannter. Situationen, die früher schwierig waren, sind heute kein Problem mehr. Besonders in der Reithalle zeigt sich das: Das Reiten dort verläuft inzwischen ruhig und selbstverständlich. Alte Verhaltensmuster haben sich nach und nach gelegt. Statt Unsicherheit und Stress sind Vertrauen und Gelassenheit gewachsen. Dadurch können wir nun gemeinsam immer weiter in ihrer Ausbildung voranschreiten.

Diese Entwicklung erinnert mich an eine Wahrheit, die auch im Glauben immer wieder deutlich wird: Veränderung geschieht selten von heute auf morgen. Sie braucht Geduld, gute Rahmenbedingungen und jemanden, der an uns glaubt.

In der Bibel lesen wir: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korinther 5,17)

Gott sieht nicht nur das, was im Moment sichtbar ist. Er sieht auch das Potenzial, das in uns steckt. Und wie bei Nala braucht auch unsere Veränderung manchmal Zeit, Raum und Vertrauen. Manchmal genügt schon ein verändertes Umfeld, eine verlässliche Beziehung oder jemand, der uns nicht auf unsere Vergangenheit festlegt. Dann kann Neues wachsen – Schritt für Schritt. So erinnert mich meine Stute immer wieder daran: 

Veränderung ist möglich. 
Und oft beginnt sie dort, wo Geduld, Vertrauen und Hoffnung zusammenkommen.

Christina Posluschni
 

 

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