Sand steht dir gut!
Ein Beachvolleyballer ist nach einem Spiel oft am ganzen Körper mit Sand bedeckt. Gemeinsam mit seinem Partner hat er ein 8 × 8 Meter großes Feld verteidigt und versucht, den Ball für den Gegner unerreichbar zu platzieren. Dazu gehört es, immer wieder zu fallen und schnell wieder aufzustehen. Die Folge: Sand am ganzen Körper.
„Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht doch wieder auf.“ Sprüche 24,16
Es gibt viele Gründe, warum wir als Sportler und Christen immer wieder fallen. Wir werden provoziert, geraten unter Druck oder treffen egoistische Entscheidungen. Manchmal ist es offene Rebellion gegen Gott, manchmal Versagen. "Der Lügner von Anfang" an setzt alles daran, dass wir fallen und liegen bleiben. Ich glaube, Sportler begegnen allzu vielen Christen, die scheinbar alles im Griff haben. Und ehrlich gesagt, laufe ich selbst viel zu oft genauso herum.
Wenn dieser Bibelvers unsere Realität beschreibt, unsere Freunde aber nur wenig von unseren persönlichen Schwächen und Kämpfen mitbekommen, dann fehlt es uns an Authentizität. Vielleicht fällt es uns als Sportlern besonders schwer, Schwächen zuzugeben. Wird beim Beachvolleyball eine Schwäche in der Annahme erkannt, kann der Gegner sie gezielt ausnutzen und punkten. Deshalb verbergen wir unsere Schwachstellen so gut es geht.
Auch als Christen möchten wir gern gut dastehen. Doch wenn wir das Bild vermitteln, besonders geistlich oder besonders stark zu sein, erwecken wir schnell den Eindruck, kaum Gnade nötig zu haben. Die christliche Hoffnung besteht nicht darin, keine Schwachstellen mehr zu haben. Selbst Paulus schreibt über sich:
„Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“ Römer 7,24
Die Hoffnung besteht aber darin, dass meine Schwachstelle nicht das letzte Wort über mein Leben hat.
„Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ Römer 7,25
Wir sind nicht dazu berufen, Christen zu sein, die niemals fallen. Wir sind dazu berufen, Menschen zu sein, die durch die Gnade Jesu immer wieder aufstehen. Ein Kennzeichen geistlicher Reife ist deshalb nicht Fehlerlosigkeit, sondern Demut. Das bedeutet nicht, dass wir uns über unser Versagen freuen sollten. Im Gegenteil: Es sollte uns immer wieder schmerzen. Doch wir müssen es auch nicht verstecken.
Der Sand steht dir gut. Er gibt Anlass, darüber zu sprechen, wer du wirklich bist. Wenn du versuchst, den Sand zu verbergen, begegnest du deinen Freunden im Sport als fehlerfreier Glaubensheld mit erhobenem Zeigefinger. Ein ehrliches Gespräch wird so fast unmöglich. Begegnest du ihnen dagegen als begnadigter Sünder, voller Staub und zugleich voller Hoffnung, entstehen ganz natürliche Gespräche in der Kabine, im Sportheim oder auf der Tribüne.
Dann darfst du voller Freude von der Gewissheit erzählen, dass Jesus dich immer wieder aufrichtet und dass du am Ende der Zeit zum ewigen Leben auferstehen wirst.
Alex Zöller
SRS-Öffentlichkeitsarbeit
Er hat vier Kinder und wohnt in Betzdorf/ Westerwald.
Er begeistert sich für viele Sportarten, vorrangig Teamsport. Sein Motiv zur Sportmission lautet: „Wir verändern Ewigkeiten durch Sport und Glaube“.