Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich heute in unserer Gesellschaft vieles nur noch um Schlagworte dreht. Allerorten hört man z.B. von „Nachhaltigkeit“. Aber was ist eigentlich nachhaltig?

Neulich war ich kurz davor,  mir einen neuen Trainingsanzug zu kaufen. Die Entscheidung zwischen dem „preiswerten“ Modell aus Fernost, das vermutlich von Kindern zusammengenäht wurde und wo andere Kinder in den Abfallbergen der Färbeindustrie spielen einerseits und dem fair hergestellten Markenprodukt, bei dem scheinbar schon das Preisschild teurer ist, als der ganze „Schwitzefrack aus Fernost“, fällt nicht leicht. Denn für das Kind, das an dem Billigteil mitgearbeitet hat und damit zur Lebensfähigkeit seiner Familie beiträgt, bedeutet „Nachhaltigkeit“ vielleicht etwas ganz anderes, als für mich Durchschnitts-Wohlstands-Europäer.

„Vollwertig“ ist auch so ein Begriff, den wir gern mal zu passenden und unpassenden Gelegenheiten raushauen. Heiße Diskussionen über gesunde Sportler-Ernährung sind im Gange, über deren Leidenschaftlichkeit und Unversöhnlichkeit ich zuweilen schmunzeln muss. Wird doch am Ende nie etwas so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Da schreibt beispielsweise ein Triathlet auf der Online-Plattform „Lauf-Campus“ einen Artikel über seinen ersten „Vollwert Triathlon“ und kommt zu dem Schluss, dass eine Banane einfach der bessere Power-Riegel ist.

Während der Ausdauersportler und Food-Purist in der Trainingspause einen seiner „selbstgemachten, veganen Vollwert-Sportler-Dinkel–Haferkekse  mit Rohrzucker“ genießt, bekommen die DFB Nationalspieler zwischendrin auch schon mal einen ganz normalen Gugelhupf vorgesetzt. Ex Nationalmannschaftskoch Holger Stromberg beschreibt in der DFB Infobroschüre „Essen wie wir“, dass Vollwert nicht für alle das gleiche bedeutet. Der Torwart muss ganz anders essen als ein Feldspieler, um vollwertig ernährt zu sein. Was als vollwertig gelten darf, hängt also offenbar davon ab, wer du bist und was du machst.

Bei Gott ist das ganz anders. Hier gilt der „Voll-Wert“ allen Menschen, die zu Ihm gehören. Gottes Wertschätzung gilt nicht in erster Linie meiner Leistung. Nicht einmal meinem Einsatz. Nicht meiner Position. Gottes Wertschätzung gilt mir ganz persönlich, einfach nur weil ich bin und er mich liebt.

„Ich dachte: ´Vergeblich habe ich mich abgemüht, für nichts und wieder nichts meine Kraft vergeudet. Dennoch weiß ich, dass der HERR für mein Recht sorgt, für Ihn bin ich wertvoll´.“

Jesaja 49,4

Jesaja spricht hier zuerst von dem kommenden Christus, aber genauso auch von seinem ganzen Volk. Die Kapitel 48 – 62 des Propheten Jesaja sind voller Trost und Ermutigung für das Volk Israel und darüber hinaus für alle Völker der Welt (siehe Kapitel 56). In Römer 11,7 erklärt Paulus, dass wir, die wir uns auf Christus verlassen, „eingepfropft“ sind in dieses Volk Gottes und deshalb gelten diese Jesaja-Verse schließlich auch uns.

Wie „wertvoll“ wir für Gott sind, erkennen wir spätestens daran, dass er seinen eigenen Sohn opfert – damit WIR leben können. Soweit geht Seine „Wertschätzung“ für Dich und mich.

Und sogar noch ein ganzes Stück weiter: Gott erachtet uns für so „Voll-wertig“, dass er uns zutraut, Seine „Wertschätzung“ in unsere Welt zu tragen – in unseren Job, den Sport, die Schule, die Beziehungen und Freundschaften.

Du bist wertvoll für deinen Sport und in deinem Sport – lass´ dir nichts anderes einreden.

Frank Spratte
SRSrefugee / Integrative Sportarbeit

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