Bewahrt und ohne größere Schäden kam das gesamte Team mit 4 Autos und einem Anhänger in Dauban/ Oberlausitz an. Zusammen mit den Hattons wurde wieder eine Zeltburg gebaut, und da meine Frau Michèle mit dabei war gabt es diesmal einen extra Pavillon nur für die Versorgung und zum Chillen. Die technische Abnahme verlief ohne Mängel und konnte somit bereits am Freitag erledigt werden. Kleinere Montagearbeiten, die bei den Hattons noch anstanden, wurden ebenfalls schon am Freitag erledigt. Der Samstag startete dann mit der Fahrerbesprechung und dem 1. Zeittraining. Auf frisch gewässerter Strecke erreichten wir mit über 3 Sekunden Rückstand den 18. Platz, was sogar nur den letzten Platz in der Gruppe bedeutete! Jetzt hieß es: alle Register ziehen für das zweite Zeittraining. Die Reifen, das Fahrwerk und viele Dinge mehr galt es zu optimieren und wiederum beteten wir um Gottes Führung auf der Strecke. Und siehe da: Top Zeit im 2. Training mit nur 3/10 Sekunden hinter dem 1. Rüdiger Opitz und Felix Buddelmeyer. Die gesamte Konkurrenz war dicht beieinander, und bis Platz 11 lagen alle Zeiten innerhalb einer Sekunde! Für uns hieß es somit Poleposition in Gruppe 3 für den 1. Lauf. Wir starteten in 3 Startgruppen mit insgesamt 22 Startern. Um nach dem Start sofort in der 1. Kurve innen fahren zu können wählte ich den Startplatz links innen. Die Grüne Flagge wird gezeigt, und dann: Mario`s Kleinhirn an Großhirn: „Adrenalinausschüttung auf maximal eingestellt!!! Kann losgehen!!! …5sek Schild gesichtet. Höchste Anspannung eingeleitet!!! Doch dann: Warum fahren die alle los??? Die Ampel ist doch gar nicht grün!!! Warum gibt es keinen Rennabbruch wegen Fehlstart? Okay, denke ich, dann fahr ich nun halt auch los. Es wird wohl einen Neustart geben, so denke ich. Hä ????? (Hessisches Fragewort mit 2 Buchstaben) In der 1. Kurve immer noch kein Abbruch, keine Flagge zu sehen???!!!! Warum hacken die alle jetzt die Gerade runter??? Es gibt wohl doch keinen Abbruch?!?!?!?! —– Oh Mann… voll die Pole Position vermasselt bekommen. Befehl an rechten Fuß !!!!!!!!!!!!!! A T T A C K E !!!!!!!!!! ….drück das Pedal ins Bodenblech!!!!!!!!!!!!!“ Wir erreichen einen für diese Umstände guten 4. Platz. Stinksauer und enttäuscht, so getäuscht worden zu sein, statte ich dem Rennleiter einen Besuch ab. Dieser macht mir klar, dass alle anderen das Grüne Startsignal erkannt haben. Selbst die Startrichter sehen das so, denn sonst hätten diese einen Fehlstart signalisiert. Einen Protest einzulegen ist also sinnlos. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass das grüne Ampelsignal aus meinem Sichtwinkel nicht zu erkennen war! Dieser Umstand ist sogar auf meiner Onboard Aufnahme gut zu erkennen. Aber was nutzt die Verbitterung… es geht weiter. Da wir wissen, dass unser Vater im Himmel immer einen guten Plan hat und da wir vor dem Rennen immer alle Anliegen in Gottes Hand legen, war es klar, dass er auch diese frustrierende Situation am Anfang zu einem guten Ende führt. Und genau das durften wir am Sonntag dann umgehend im 2. Vorlauf erleben. Aus der 2. Startreihe ging es nun auf Punktejagd für den Einzug ins Finale. Mit 4 Punkten in den 2. Qualifikationslauf zu starten machte bei 3 Startgruppen nicht unbedingt Hoffnung auf einen Finalplatz. Doch was wäre der Glaube ohne 1.Kor 13,13: Was bleibt sind Glaube, HOFFNUNG und Liebe. Von diesen Dreien aber ist die Liebe das Größte. Lange Rede, kurzer Sinn: Es reichte zum SIEG!!! Aus der 2. Startreihe heraus waren wir beim 1.Start auf Rang 4. Dann Rennabbruch wegen eines Unfalls. Der Neustart erfolgte dann ohne Peter Schubert, der zuvor in der 2. Reihe noch neben mir stand. Beim Neustart wieder Rang 4 hinter Kay Braun, Niklas Ludlage und Pascal May. Ein paar Runden später erfolgte wiederum ein Rennabbruch wegen einem Unfall auf der Strecke. Wieder Neustart. Ein Startplatzwechsel, weil Peter Schubert neben mir noch immer fehlt, wird uns verwehrt. Beim Neustart landen wir wieder auf Rang 4. Ein paar Runden später kommt eine Attacke vom drittplatzierten Kay Braun auf den vor ihm fahrenden Pascal May. Diese Aktion verhilft uns 2 Plätze zu gewinnen und wir fahren direkt hinter dem Führenden Niklas Ludlage. Der bekommt im inneren, langsameren Teil der Strecke Probleme, die richtigen Gänge zu finden und ich gehe in Führung. Was für ein Plan, was für ein Rennen! Danke, Vater! Das bedeutet Poleposition im 3 Qualifikationslauf und 1 Punkt für den Laufsieg. Ab in den 3. Qualifikationslauf. Pole Position ist wieder innen. Die Ampel wurde wohl zur besseren Sichtbarkeit anders ausgerichtet und wir fahren einen Start-Ziel-Sieg ein. Es gibt wieder 1 Punkt für den Finaleinzug. Mit 2 Punkten, da nur die besten 2 Vorläufe gewertet werden, ziehen wir in die 1. Startreihe ins alles entscheidende Finale ein. Eigentlich unglaublich, wenn man den Start als 18er im 1. Zeittraining und den vermasselten 1. Qualifikationslauf betrachtet. Die Anspannung steigt. Alles ist bestens vom Team vorbereitet. In der 1. Startreihe sucht sich nun Felix Buddelmeyer den inneren Startplatz aus. Rüdiger Opitz nimmt den mittleren Startplatz. Für uns bleibt somit nur der äußerste Startplatz. Hinter uns lauern Davin Spliethoff und Niklas Ludlage. Umgeben von den EM-Teilnehmern und dem pfeilschnellen Davin Spliethoff, der die Rakete von seinem Bruder Dustin übernommen hat geht’s ab in die 8 Runden des Finales. Nach einem guten Start gehen wir zu dritt nebeneinander in die 1. Kurve und ich kann die 2 in der Innenbahn Kämpfenden außen herum niederringen. Nach der  ersten Runde kommt die Attacke von Rüdiger Opitz, und er geht vorbei. Sein Speed ist zu schnell für uns und wir müssen im Laufe des Rennens auch Davin und Felix passieren lassen. Dennoch ist ein MEGA 4. Platz in einem solch starken und großen Starterfeld keine Niederlage. Wir haben hart gekämpft und wurden aus Gnade reich beschenkt. Danke an alle Mitstreiter für die fordernden, harten aber fairen Rennen. Wir durften wieder tolle Menschen kennenlernen und bestehende Freundschaften wurden gestärkt. Auch unsere SRS-Motorsport Freunde Katy und Joey Hatton durften wir begleiten und miterleben, wie sie in der für sie neuen Crosskart-Szene riiiiiiiiiiiiesen große Schritte machten und vom Speed her nun niemandem mehr etwas nachstehen. Seid gesegnet – wir sehen uns in Höchstädt am KTM-Ring zum 3. Lauf der Deutschen Autocrossmeisterschaft am 08. + 09.06.2024.

Mario Straub, SRSmotorsport

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