24.12.2025

Gottes Bootcamp

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Gottes Bootcamp

Mein Schriftstellerherz freute sich darauf, einen weiteren Beitrag für den SRS Newsletter schreiben zu dürfen, doch als ich das Thema las, „Wunderbare Pferde“, konnte ich nicht anders als Leere zu empfinden und Gott zu fragen: „Was soll das denn jetzt? Was soll ich ausgerechnet jetzt zu diesem Thema schreiben?“

Seit nunmehr 19 Jahren haben wir Pferde in eigener Haltung, mit vielen Höhen und Tiefen. Doch die letzten 12 Monate waren mit Abstand die Schwersten. Erst hatten wir unsere Katze verloren, dann starb unser Hund nach drei Monaten schwerer Krankheit. Im Sommer erlag meine Tante mit gerade einmal 63 Jahren ihrem Krebsleiden. Nur 3 Tage später hatte Ben, mein Herzenspferd, plötzlich hohes Fieber und ein hängendes Ohr. Nach einer ersten Besserung folgte noch ein zweiter und dritter Fieberschub. Bis heute fehlt eine klare Diagnose. Aktuell haben wir noch Hoffnung, doch die letzten 6 Monate mit täglichen, teils sogar stündlichen, Auf und Abs waren emotional und körperlich sehr anstrengend. 

Wunderbare Pferde. Nie habe ich mich weiter entfernt von diesem Gedanken gefühlt als in den letzten Monaten. Quälende Fragen bestimmten meine Gedanken. Was hat Ben nur? Gegen welchen unsichtbaren Feind kämpft er? Was mach ich nur falsch, dass es ihm nicht besser geht? Wie soll ich die Behandlung finanziell aufrechterhalten? Und, wohl die schlimmsten Fragen: Was will Gott mir damit sagen? Was soll ich hieraus lernen?

Als ich vor kurzem einen Abschnitt in dem Buch „Gütig und sanft“ von Dane Ortlund las, kam mir eine Erkenntnis:

Als Glieder Christi brauchen wir Training.

Wir wissen, dass Muskeln trainiert werden müssen, damit sie stärker werden, und wenn Jesus uns als seine Glieder einsetzen, also benutzen, will, dann muss er uns ab und an auch trainieren. Einige bezeichnen diese Phasen im Leben als Prüfungen, wobei ich noch nicht herausgefunden habe, ob eine solche Lebensphase tatsächlich mit dem Bestehen eines göttlichen Tests endet. Meine aktuelle Phase empfinde ich eher als Bootcamp, dessen Ende noch nicht absehbar ist. 

Eine meiner festen Überzeugungen ist, dass Gott aus jeder schlechten Situation, aus jedem Leid, etwas Gutes entstehen lassen kann. Habe ich in den letzten Monaten mitgelitten und auch selbst gelitten? Absolut, in unerträglicher Weise. Habe ich Erkenntnisse gewonnen, neues Wissen erlangt und neue Perspektiven eingenommen? Absolut, vielleicht sogar in lebensverändernder Weise. Wollte ich zwischendurch aufgeben und habe ich mich gefragt, ob ich das Hobby Reiten und die Pferdehaltung nicht doch irgendwann drangeben soll? Tatsächlich mehr als einmal. Doch dann ist da die Liebe zu diesen wundervollen Tieren. Die gleiche Liebe, die mir das Herz bricht, wenn es meinem Pferd schlecht geht, ist auch die Liebe, die Gott mir für seine Schöpfung Pferd geschenkt hat. Wie kann etwas, das solch eine Leidenschaft ist, nicht von Gott kommen und zu seinem Plan für mein Leben gehören?

Wunderbare Pferde. Das Thema dieses Newsletters wurde zu Gottes Erinnerung an mich, Pferde wieder mit Freude zu betrachten und nicht nur ängstlich nach Anzeichen einer gesundheitlichen Verschlechterung Ausschau zu halten. 

In einem Artikel des aktuellen Pfarrjournals meiner Gemeinde bin ich auf das Wort „hoffnungsstur“ gestoßen. Seitdem versuche ich, diese Haltung zu verinnerlichen. Auf Jesus zu hoffen ist sowieso das Einzige, was mir bleibt und stur sein kann ich ganz gut. 

Noch bin ich nicht raus aus meinem Bootcamp. Aber ich sehe eine Chance, dass Gott Ben und mir doch noch etwas mehr gemeinsame Zeit hier auf Erden schenkt. Solange bleibe ich hoffnungsstur und wenn jemand die Zeit erübrigen kann: Ich bin für jedes Gebet unendlich dankbar!

Anne Marie Schmitz

www.gottisteinhorseman.de

 

Sag, hast du das Pferd so stark gemacht, 
schmückst du seinen Hals mit einer Mähne?

Hiob 39,19

 

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; 
wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. 
Psalm 139, 14 

 

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