Ich und arrogant?

Ich würde mal behaupten, arrogante Menschen mag niemand so wirklich. Neulich las ich ein Zitat, das mich sehr zum Nachdenken anregte: „Arroganz ist nicht, dass man zu viel von sich hält, sondern zu wenig von dem anderen“ (Autor unbekannt).

Uff, das hat mich getroffen! Mein Denken war immer, wer arrogant ist, hält einfach zu viel von sich selbst und lässt es einfach raushängen. Wenn z.B. Sportler so tun, als wären sie die Größten, sie keine Interviews geben und sie keinen an sich heran lassen. Oder umgedreht: Lassen „es voll raushängen“, ertrinken fast in Selbstliebe und reden nur über sich selbst, wie großartig sie sind. So hätte ich arrogante Menschen beschrieben.

Doch laut dem Zitat ist nicht das Problem, dass man zu viel von sich denkt und z.B. weiß, was man kann, sondern dass man, mit meinen Worten gesagt, den anderen nicht beachtet, ihn kleinredet oder sogar niedermacht. Als ich über das Zitat so nachdachte, fiel mir erst einmal auf, wie arrogant ich selbst doch manchmal bin. Zwar weniger in dem, was ich sage, sondern viel mehr in dem, was ich denke. Im Kopf fängt es an und wenn man nicht aufpasst, geht es schnell in Äußerungen oder Taten über.

Früher wurde ich im Fußball und in der Schule gemobbt, weil ich nicht der Beste war und auch leichte X-Füße hatte. Als ich dann mit 13 Jahren gemerkt habe, dass ich beim Fahrradfahren gut war und Ansehen bei meinen Kumpels erlangen konnte, habe ich dort immer mehr Zeit und Geld investiert, um zu den Guten und Coolen zu gehören. Auch heute merke ich, wie ich in manchen Situationen arrogante und neidische Gedanke pflege, gerade dann, wenn jemand besser ist als ich. Dann fange ich an mich zu vergleichen und den anderen in Gedanken klein zu reden. Anstatt mich zu freuen, welche Fähigkeiten er hat. Klar bringt mich vergleichen auch voran und spornt mich an, besser zu werden. Aber ganz schnell bin ich auch dabei, dass es mich unzufrieden macht und ich das Tolle des anderen niedermache – eben arrogant urteile.

Mich erleichtert es etwas, dass es nicht nur mir so geht, sondern auch einige andere ähnliche Schwierigkeiten mit dem Thema haben. Denn auch die Jünger von Jesus haben darüber gestritten, wer der Größte unter ihnen sei. Ich kann mir gut vorstellen, wie jeder angefangen hat aufzuzählen, was er alles vollbracht hat, wie viel er mit Jesus unterwegs gewesen ist und was jeder erlebt hatte. Mir wäre es vielleicht ähnlich ergangen, denn jeder möchte ja gut dastehen. Aber zum Glück gelten bei Gott andere Maßstäbe, die Jesus selbst vorgelebt hat. Denn als Jesus von dem Streit hörte, ließ er die Jünger zusammenrufen und erklärte ihnen:

„Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Markus 9,35

Das muss gesessen haben! Ich hätte mich geschämt für meine Gedanken und Vergleiche. Ich frage mich selbst, warum bin ich überhaupt arrogant, neidisch und möchte bei vielen angesehen sein? Klar, zum einen wird es uns nicht anders vorgelebt mit: „Du bist das, was du leistest!“ Und dass man als Mensch oft auf seine Fähigkeiten und Taten reduziert wird. Zum anderen hat es etwas mit unserer Identität zu tun. Denn Jesus hatte vermutlich solche Probleme wie Neid, Eifersucht und Arroganz nicht, denn er wusste, wer er ist, woher er kommt und wohin er geht.

Was uns deshalb helfen kann, besser mit Neid und Arroganz umzugehen, ist zu wissen, wer wir sind und wohin wir gehen. Wenn sich meine Gedanken ständig nur um mich drehen, was ich will und wie mein Ansehen ist, dann wird es meistens immer schlimmer. Wenn ich aber frage, was Gott von mir möchte, warum er mich geschaffen hat und welche Zusagen er über mein Leben ausspricht, dann beruhigt es mich und ich sehe nicht mehr nur mich, sondern Jesus, der es gut mit mir meint.

Mir hilft es, meine Probleme vor Gott auszubreiten, in der Bibel zu lesen, Lobpreis zu machen und Gott zu danken für das, was er mir geschenkt hat. Ein sehr schönes Lied, was ich dazu empfehlen kann ist: „In deiner Gegenwart“ von SoulDevotion Music. Wenn ihr den QR Code scannt kommt ihr direkt zum Lied auf Youtube.


Tobias Mittelbach
Bike unbound SRSactionsports

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