Wenn die  Seele schreit,  braucht man keinen, der  noch draufhaut. Da erhält ein Formel 1 – Fahrer die Anweisung, absichtlich in die Mauer zu rasen. So konnte sein Stallgefährte siegen, weil dadurch das Safety-Car auf die Strecke musste und der Rennverlauf verändert werden konnte. Die Rechnung ging auf: Sieg.

Aber ein Jahr später hielt es der auf diese Weise absichtlich Verunfallte nicht mehr aus und machte es öffentlich. Auf seiner Homepage war zu lesen: „Ich bereue meine Handlungen zutiefst. Ich wünsche mir jeden Tag, ich hätte es nicht getan!“ Als Kronzeuge entging er einer Strafe, während bei den Anweisern hart durchgegriffen worden ist.

So ist Gnade nach dem Crash. Auf Straferlass folgt Neubeginn. Und genau so denkt Gott, wenn er über dich und mich nachdenkt. Da wäre so viel zu bemängeln und zu bestrafen – er aber schickte Jesus. Der aus unserer Sicht unverständlicherweise alle Strafe auf sich genommen hat. Darum kann einer jubeln:

„Ich aber traue darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gern hilfst. Ich will dem Herrn singen, dass er so wohl an mir tut.“ Psalm 13, 6

Der Psalmist weiß nicht nur um Gnade, er vertraut geradezu darauf. Dieses Wort kann man auch übersetzen mit Gunst, Huld, Zuneigung oder Geschenk. Also etwas, was du bekommst, ohne etwas dafür getan zu haben. Viele Zeitgenossen können nur etwas annehmen, wenn sie dafür vorher Leistung erbracht haben.

Aber Vergebung von Sünden, auch zum x-ten Mal, kann nicht anders wettgemacht werden als durch diese gnädige Liebestat Jesu. Egal, um was es sich dreht, ob im „hohen Sport“ auf einer Rennstrecke oder bei dir und mir. Es gilt, darauf zu vertrauen, dass genau dieses Mittel hilft. Begnadigt, beschenkt, singen, Freude pur.

Auch wenn vielleicht am vergangenen Wochenende deine sportlichen Hoffnungen nicht so aufgegangen sind, wie du es dir erträumt hattest: Gnade reicht weiter als bis zu diesem Wochenende. Gottes Hilfe kommt schon rechtzeitig, so, dass es zu deinem Besten dienen wird. Da hat er sogar die Vorfreude mit eingebaut.

Helmfried Riecker

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