Die neue Sensibilität

Wir bewundern Leute, die angeblich nichts erschüttern kann. Ihr scheinbar dickes Fell schützt sie gegen alle Angriffe und Wankelmütigkeiten. Die Nervenkostüme sind offensichtlich verschieden verteilt.

Welche Wesensmerkmale und Charakteranlagen deine Vorfahren dir auch immer vererbt haben, in der Nachfolge Jesu wirst du sensibel werden. Das hat aber nichts mit dünnhäutig und nervös zu tun. Wenn Gott über deine Veranlagung und deine bisherige Lebensprägung verfügen darf, will er etwas daraus machen.

„Für Gereifte dagegen ist die feste Nahrung da, nämlich für die, welche infolge ihrer Gewöhnung geübte Sinne besitzen, so dass sie das Gute und das Schlechte zu unterscheiden vermögen.“ Hebräer 5,14 (Menge)

„Gereifte“ sind auf dem Weg und dies nicht im Sinne von perfekt! Was dient zum „reifen“? Du wirst sensibel gegenüber Gottes Wort und durch den Heiligen Geist sensibel gegenüber allen sündigen Neigungen. Du lernst feinfühlig, Gutes und Schlechtes („Böses“ übersetzt Martin Luther) zu unterscheiden. Es wird dir schwer werden anzusehen, wenn Christen „fleischlich“ leben. Dein Empfinden für Recht und Unrecht wird wachsen. Und du wirst ein Gespür dafür bekommen, ob eine Sache von Gottes Geist gewirkt ist oder menschliche Manipulationen zum Beispiel für Stimmung, Gemüt und Atmosphäre sorgen.

Du wirst sensibel dafür, das Echte vom Unechten zu unterscheiden. Dies geschieht durch Prüfung am Wort Gottes. Alles, was sich nicht mit den Aussagen des Neuen Testamentes – im Gesamtüberblick gesehen – belegen lässt, ist nicht echt. Dagegen ist es einfach großartig, in der Nachfolge auch den Sinn zu erkennen, der hinter dem geschriebenen Wort steht. Auch das ist ein Zeichen der neuen Sensibilität.

Wenn du von Haus aus ein dickes Fell hast, wird Gott dich in Situationen gebrauchen, wo so etwas gefordert wird. Und wenn du meinst, dünnhäutiger als du könne kein Mensch sein, wirst du Menschen verstehen und ihnen helfen können, wo ein anderer überhaupt keinen Blick dafür hat.

Sensibilität hat auch damit zu tun, dass wir aufgefordert werden, einer Sache auf den Grund zu gehen. Manchmal ist es geradezu Pflicht, nachzuhören, nachzulesen, zu forschen, zu vergleichen, um etwas als echt oder unecht, brauchbar oder unbrauchbar, annehmbar oder nicht akzeptabel zu erkennen. Sensibel für den Heiligen Geist bedeutet immer, in einer positiven Einstellung sensibel den Ratschlägen aus dieser Welt gegenüber zu stehen. „Prüfet aber alles und das Gute behaltet.“ (1. Thessalonicher 5, 21) Auch die sportliche Laufbahn kann davon nur profitieren.

Helmfried Riecker

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2017-07-20T07:52:57+00:00 19. Juli 2017|Tags: , , , |